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Neue/New Pachydactylus-Art/Species P. boehmei online (4:43 PM, 11/25/2010)


Pachydactylus bicolor HEWITT 1926

Die Originalarbeit erschien in der SAURIA, Berlin, 2006, 28 (1): 5–10.
 
Vorkommen und Biotop    

Pachydactylus bicolor ist ein Endemit des nordwestlichen Namibias. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Namib-Naukluft Park in der Zentral-Namib, durchs Damaraland und Kaokoveld. Im Norden erreicht es den (Fluss) Kunene, im Westen stößt es in geeigneten Habitaten bis an die Küste

P. bicolor ist ein Felsspaltenspezialist und bewohnt felsige Habitate (z.B. Erongo-Gebirge und Spitzkoppe) sowie lose am Boden liegenden Felsen auf Ebenen. In diesen Habitaten lebten sie sympatrisch mit dem nachtaktiven Gecko Chondrodactylus turneri laevigatus und den tagaktiven Geckos Rhoptropus afer und Rhoptropus bradfieldi. Durch die kleineren und flacheren Körpermaße können sie flachere Spalten als die gößeren Geckos benutzen und sind deshalb relativ sicher vor ihnen.                        

 
Verhalten, Haltung und Vermehrung

Über mehrere Jahre wurden verschiedene Pärchen der Art gehalten. Pachydactylus bicolor ist ein flinker Gecko. In einem Lebensraum, der nur aus vereinzelten größeren Steinen bestand, konnten wir beobachten, dass ein unter einem Stein aufgescheuchter Gecko diesen niemals verließ. Während der Stein mehrfach um seine Achse gedreht wurde, flüchtete der Gecko stattdessen immer auf die dem Beobachter abgewandte Seite. Dieses Verhalten konnten wir allerdings nicht in solchen Felshabitaten (z.B. an der Spitzkoppe) beobachten, in denen eine Vielzahl von geeigneten Versteckmöglichkeiten existierte.              


Pachydactylus bicolor
Pachydactylus bicolor aus Kamanjab, Namibia. © J. Marais.

Pachydactylus bicolor
Halbwüchsiger Pachydactylus bicolor aus Kamanjab, Namibia. © J. Marais.

Wie alle Vertreter seiner Gattung ist auch P. bicolor nachtaktiv. Seine Aktivitätszeit im Terrarium beginnt kurz nach Ausschalten der Beleuchtung. Gegen Mitternacht konnte keine Aktivität mehr festgestellt werden. Allerdings gewöhnen sich die Tiere im Terrarium an den Pfleger und können dann auch tagsüber bei ihren Aktivitäten, wie z.B. Fressen und Trinken beobachtet werden. Von vielen Vertretern der Gattung wurden Laute zur innerartlichen Kommunikation festgestellt. Ein solcher akustischer Beleg konnte jedoch für P. bicolor bisher nicht festgehalten werden. Die Geckos häuten sich alle 4-6 Wochen. Die alte Haut wird dabei im Ganzen abgestreift und von den Geckos verzehrt. Übriggebliebene Hautfetzen, die im Terrarium liegen, werden dann nicht mehr beachtet. Wie weiter oben beschrieben, sind die Geschlechter optisch nur schwierig zu unterscheiden. Am sichersten erkennt man sie daher durch Beobachten des Verhaltens. Zwei Männchen in einem Terrarium sind bereits nach einer Stunde nicht mehr zu übersehen, da dann Attacken des Revierbesitzers gegen den Eindringling beginnen. Bei der Haltung in Terrarien mit den unten angegebenen Maßen, scheint die Art sehr aggressiv zu sein, da Attacken anscheinend ohne Vorwarnungen stattfinden. Werden die Kontrahenten nicht getrennt, wird eines der Tiere die folgende Nacht nicht überleben. Zur Haltung eigneten sich Terrarien mit den Maßen 30 × 30 × 30 cm. Die Rück- und Seitenwände waren mit Kalksteinen und Sand beklebt und erweiterten somit den nutzbaren Bewegungsraum der Tiere. Die Einrichtung bestand aus senkrecht an die Rückwand gelehnten, eng zulaufenden Kaltsteinplatten. Diese bildeten enge und dunkle Versteckplätze, in denen die Tiere den Tag verbringen können. Auch mit einem Loch versehene kleine Pflanzenschalen oder Tontöpfchen, die umgedreht auf dem Boden gestellt wurden, nehmen die Tiere als Versteckplätze an. Der Bodengrund besteht aus einer ca. 2-4 cm hohen Schicht feinen Sandes. Eine lebende Pflanze im Terrarium sorgte für eine ständige Feuchtigkeitsquelle. Diese wurde aber auch über ein Trinkgefäß, das ständig mit frischem Wasser gefüllt war, realisiert. Die Beleuchtung bestand aus einer 36 Watt Leuchtstoffröhre, die für mehrere, nebeneinander stehende Terrarien genutzt wurde. Die Installation eines Spotstrahlers ist abhängig vom Standort des Terrariums. P. bicolor zeigte sich als sehr Wärme liebend. Bei uns steht das Terrarium in einer Terrarienanlage in der obersten Reihe. Hier herrschen Temperaturen von 32-38° C am Tag und 24-28° C in der Nacht. Die unter dem Terrarium befindlichen Behälter wärmten so zusätzlich den künstlichen Lebensraum von P. bicolor, wodurch auf einen Spotstrahler verzichtet werden kann. Steht das Terrarium einzeln, müssen z.B. durch die Installation eines Punktstrahlers, bzw. eines kleinen Halogenstrahlers die entsprechenden Temperaturen erzeugt werden. Es ist dabei zu beachten, dass verschiedene Temperaturbereiche im Terrarium geschaffen werden. Wird es den Geckos zu heiß, müssen sie sich in kühlere Bereiche zurückziehen können. Die Geckos bekamen Drosophila, Heimchen, Grillen, Wachsmaden und -motten, Buffalo-Würmer u.ä. in entsprechender Größe. Jedes angebotene Futtertier wurde mit Mineral- und Vitaminpräparaten (z.B. Korvimin ZVT®, Calcamineral) eingestäubt. Auch dem Trinkwasser wurden in unterschiedlichen Abständen Vitaminpräparate (z.B. Multibionta®) beigemischt. Als weitere Mineralstoffquelle wurde im Terrarium Taubengrit mit einer Körnung von 1-4 mm verstreut. Dieses nahmen vor allem die Weibchen während der Eiablagezeit auf.
Ab dem europäischen Frühjahr wurden bei guter Fütterung 3-5 Gelege pro Weibchen innerhalb von 8 Monaten im losen Sand vergraben. Die Gelege bestanden immer aus 2 ovalen, weißen Eiern von 7,5-9,1 × 5,3-5,8 mm (durchschnittlich 8,2625 × 5,5375 mm [n=8]). Die Eischalen besitzen eine Dicke von 0,0041 mm. Im natürlichen Lebensraum gefundene Eier maßen 9,2 × 6,0 mm.            



Gelege von Pachydactylus bicolor.            

Die Gelege wurden in kleinen Behältern auf Sand gebettet und separat von anderen Geckogelegen gezeitigt, um eine genaue Datenaufzeichnung zu gewährleisten. Hierzu fand eine Jäger Kunstglucke Verwendung, in der Temperaturen von 25-27°C (nachts) und 28-30°C (tags) herrschten. Befruchtete Eier werden 2-4 Tage nach der Ablage rosarot bis rötlich. Im Verlauf der Entwicklung verschwindet diese Färbung, und die Eier werden dunkler. Nach 86-88 Tagen (n=2) schlüpften die Jungtiere. Diese maßen 15-16,9 mm KRL (durchschnittlich 15,95 mm [n=4]) und 14,8-15,3 mm Schwanzlänge (durchschnittlich 15,1 mm [n=4]).                  

Pachydactylus bicolor
Schlüpfling der Inlandpopulation.

Zur Aufzucht verwenden wir Terrarien mit einer Kantenlänge von 25-30 cm, die die gleichen Temperaturbedingungen und Einrichtung aufweisen, wie die künstlichen Lebensräume der Alttiere. Diese wurden mit nie mehr als drei Jungtieren besetzt. Bei größeren Gruppen überlebten meistens unterdrückte Tiere nicht. Optimal ist eine Einzelaufzucht. Die Jungtiere erhaten alle 2-3 Tage die üblichen Futtertiere in entsprechender Größe. Die Geschlechtsreife wurde im Alter von 2 Jahren erreicht. Eine zu frühe Verpaarung und Trächtigkeit kann zu Legenot führen. Eine Behandlung eines solch kleinen Geckos ist dann meistens erfolglos.  

 

Beschreibung

Pachydactylus bicolor ist ein kleiner, graziler, abgeplatteter Gecko. Bei einem erwachsenen Männchen von Kamanjab (Namibia) wurde eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von 45 mm gemessen (FITZSIMONS 1943). Ein beim Senior-Autor vermessenes 5 Jahre altes Männchen unbekannter Herkunft maß 37,3 mm KRL bei einer Schwanzlänge (SL) von 42,8 mm. Der Kopf ist abgeplattet, etwas länger als breit und deutlich vom Rumpf abgesetzt. Die Ohröffnung ist oval und liegt diagonal. Die flachen, glatten Körnchenschuppen auf der Schnauze sind größer als jene auf dem Hinterkopf. Die Nasorostralia stehen miteinander in Kontakt. Das Nasenloch ist vom Rostrale und dem ersten Labiale getrennt. Das Rostrale ist 1¾-mal so breit wie hoch. Das obere Schnauzenschild ist so breit wie die angrenzenden Lippenschilder. Die Maulspalte wird von 7-9 (meistens 8) oberen und 6-8 (meistens 7) kleineren unteren Labialia begrenzt und die Schnauze ist 1½-mal so lang wie der Augendurchmesser. Zwischen den Augen befinden sich kleinste, flache, homogene Schuppen. Das Mentale ist rechteckig, viel schmaler als die Basis der unteren Labialia und nach hinten leicht verjüngt. Die dorsalen Schuppen sind klein, flach, glatt und liegen nebeneinander. Die ventralen Schuppen sind ungeordnet, aber größer als die Dorsalschuppen. Die Kehlschuppen sind winzig, glatt, nebeneinander liegend angeordnet. Sie werden zur Brust hin allmählich größer und beginnen, sich dachziegelartig zu überlappen. Die mittleren Bauchschuppen sind glatt, subhexagonal und dachziegelartig angeordnet, sowie deutlich größer als jene auf dem Rücken. Mehrere runde, vergrößerte Schuppen befinden sich vor der Kloake. Diese sind durch viel kleinere, in Bändern angeordnete Schuppen voneinander getrennt. Die Geschlechtsbestimmung ist äußerst schwierig. Beide Geschlechter besitzen keine Präanalporen. Auch die Weibchen besitzen an der Kloake Taschen, die leicht mit den Hemipenestaschen der Männchen verwechselt werden könnten. Sie sind jedoch geringfügig kleiner und schmaler. Die Gliedmaßen sind mäßig schlank und abgeflacht. Die Zehen sind lang und schlank, am Ende geringfügig breiter als an der Basis. Der Schwanz ist vertikal zusammengedrückt, undeutlich gewirtelt, zugespitzt und oberseits mit schmalen, glatten, schindelförmig überlappenden Schuppen besetzt, von denen die mittlere Reihe nicht oder nur gelegentlich vergrößert ist. Unterseits sind kleine, glatte, homogene Schuppen sichtbar.   Pachydactylus bicolor
6 Monate altes Jungtier der Inlandpopulation.  

Die Adulti sind sehr variabel und ihre Färbung verändert sich entsprechend ihres Gemütszustandes sowie den Temperatur- und Lichtverhältnissen und dem Untergrund, auf dem sie sich gerade aufhalten. Auch die Musterung und Färbung sind je nach geografischer Herkunft variabel. Die Grundfarbe der Alttiere ist graubraun bis dunkelbraun. Gelegentlich sind hellgelbe Bereiche sichtbar, die in unregelmäßigen Streifen oder Bändern angeordnet sind. Über den gesamten Körper sind kleine, schwarz umrandete, gelbe oder weiße Flecken verstreut. Diese können einander angrenzen, miteinander verschmelzen oder Binden formen. Gelegentlich ist die schwarze Umrandung nicht sichtbar. Die oberen Labialia sind in jedem Färbungszustand gelblich, die unteren weißlich gefärbt. Die obere Augenhälfte umsäumt eine gelblich gefärbte, die untere eine der Grundfarbe entsprechende Schuppenreihe. Die Unterseite ist schmutzig weiß. Durch die Bauchdecke sind innere Organe erkennbar. Während der Entwicklung vom Jung- zum Alttier ändert sich das Aussehen dieser Geckos sehr. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die von uns vermehrte Form, deren Herkunft uns nicht bekannt ist. Es ist denkbar, dass Tiere anderer Populationen, bei denen schon die Alttiere anders aussehen, auch als Jungtiere andere Farbmuster zeigen. Die Kopfoberseite der frisch geschlüpften Junggeckos ist mit dunkelbraunen, unregelmäßigen, helleren Flecken bedeckt. Ein schwarzer Streifen verläuft um die untere Hälfte der Kopfoberseite. Er beginnt am Nasenloch, zieht an der unteren Augenhälfte vorbei, umrundet den Hinterkopf und endet am anderen Nasenloch. Im unteren Bereich wird dieser Streifen durch einen gelblichweißen schmaleren Streifen flankiert. Dieser 2-3 Schuppen breite Streifen beginnt am 4. Oberlippenschild, verläuft oberhalb der Schnauze bis zum Hals, wird dort sehr breit und färbt das gesamte Genick inklusive des ersten Körperviertels und fließt dann wieder als dünner Streifen auf der anderen Seite des Kopfes zurück. Das Rostrale, sowie die ersten drei Labialia besitzen die Färbung der Kopfoberseite. Dem erwähnten ersten Viertel des Körpers folgt ein doppelt so breiter, pechschwarzer Sattelstreifen. Das letzte Viertel ist gelblich bis weiß gefärbt und geht in die dunkelgelbe Schwanzfärbung über. Die vorderen Gliedmaßen sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt, die hinteren gelblich bis dunkelgelb, entsprechend der Schwanzfärbung. Die Zehenspitzen der Vorder- und Hintergliedmaßen sind schmutzigweiß. Die Färbung der Unterseite der Schlüpflinge ist einheitlich weiß bis schmutzigweiß. Im Verlauf der Jugendentwicklung verblassen die kräftigen kontrastreichen Farben. Der gesamte Körper nimmt eine gelbliche Grundfarbe mit dunkelbraunen Flecken, Bändern oder Streifen an. An den Seiten des Kopfes entwickelt sich ein dunkelbrauner Streifen. Dieser beginnt jeweils am Nasenloch und verläuft durch das untere Auge bis zum Ohr.

 

 

Originalbeschreibung / Original description

HEWTT, J. (1926): Some new or little known reptiles and batrachians from South Africa. — Ann. S. Afr. Mus., 20: 477, Plate XLIV, fig. 4 — Terra typica: Kaross, in the Kaokoveld, S.W.A., by Mr. E. F. Lawrence

Types.—Two specimens in the collection of the South African Museum (No. 17297), collected at Kaross, in the Kaokoveld, S.W.A., by Mr. E. F. Lawrence. These specimens are possibly immature and their characters a little uncertain, but the very striking colour pattern seems to warrant a distinctive name for the form, especially as there are minor structural peculiarities—the number of labials, etc.

The characters are as follows: Nasorostrals in contact, nostril well separated from rostral and first labial, rostral twice as broad as high, 8 upper labials, 7 quite distinct lower labials, snout scarcely more than 11/2 times as long as the eye; scales on the snout twice as large as those on occiput; a swelling above the loreal region on each side of the snout; symphysial shield nearly twice as long as broad ; ventral scales larger than the dorsals ; a circular area just in front of the vent with considerably enlarged scales, which are separated by much smaller scales from the strip of enlarged scales under each thigh ; dorsal scales not very strongly flattened; distal expansion of digits with 5 adhesive lamellae, the most distal lamella smallest and divided in the middle ; scales along the middle of the digit inferiorly all transversely enlarged.

Colour.—Head above greyish white, with some dark mottlings, and surrounded by an elliptical blackish stripe which arises at the nostril and passes backwards through the eye on each side and around the back of the occiput; this stripe is bordered behind by a white stripe arising on the upper lip and broadening a little over the neck; fore-limbs and greater portion of dorsal surface of body quite black, but changing suddenly to greyish white over the lumbar region; a dark transverse patch or band between the hind-limbs dorsally ; hind-limbs and base of tail greyish white, the tail with faint dark cross stripes.

Length from snout to vent 25 mm. ; tail imperfect.

Mr. Lawrence informs me that he noticed this gecko at other localities (Warmbad and Caimaeis), and that all specimens seen were similar in colour and size to those above described. They were found under logs or amongst decaying leaves.

Dr. Werner has given some notes on the coloration of the young of the related species, brunnthaleri, from which it is evident that the form now described cannot be referred to that species. It is, however, possible that fully adult specimens may be differently marked from the types : that such is the case in purcelli was pointed out by Methuen and myself in AnnalsTransvaal Museum, Vol. IV, p. 132, fig. 15, 1913. P. serval Wern., from Chamis in Great Namaqualand, seems to differ in the higher rostral and the greater number of subdigital lamellae (6), as well as in coloration, but the characters of immature specimens are unknown.

Lastly, P. pardus Sternf., from Warmbad, the only other western species of this group, differs in the greater number of labial shields (10-11 and 9) and in the rostral entering the nostril. Although the type locality is not more fully indicated, I presume that the particular Warmbad is that in the south of Great Namaqualand.