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Neue/New Pachydactylus-Art/Species P. boehmei online (4:43 PM, 11/25/2010)


Pachydactylus fasciatus BOULENGER 1888

Die Originalarbeit erschien in der SAURIA, Berlin, 2002, 24 (1): 3–8.
 
Vorkommen und Biotop
 

Pachydactylus fasciatus ist ein Endemit des nördlichen Namibias. Die Verbreitung erstreckt sich vom südlichen Kaokoveld bis in den Karibib Distrikt. Die Art lebt in ariden Savannenlandschaften mit einer Vegetation aus Mopane-Büschen (Colophospermum mopane), Schwarzdorn (Acacia melifera) und Karoo-Namib-Gebüsch. Hier halten sich die Geckos tagsüber unter den vereinzelt auf dem sandigen Boden liegenden Steinen und in engen Steinspalten auf (Bauer 1991). Das Klima dieses Lebensraumes wird von Temperatur­extremen geprägt. Die Klimadaten des Ortes Tsumeb am Rande des Verbreitungsgebietes erreichen im Sommer Ta­geshöchstwerte von 55°C und in der Nacht minimal 10°C. Die Wintertemperaturen liegen tags bei maximal 45°C und nachts bei minimal -4°C. Der jährliche Niederschlag be­trägt 200-450 mm (Höller & Stranz o.J.).

Pachydactylus fasciatus
Lebensraum von Pachydactylus fasciatus. NW-Namibia. © M. Barts

Der gleiche Lebensraum beheima­tet nach Bauer (1991) auch Pachydactylus punctatus, P. bicolor und P. turneri. Gemeinsame Gelege von P. fasciatus und P. punctatus wurden sogar unter einem Fels­brocken gefunden (Bauer et al. 1993).

 

Verhalten, Haltung und Ver­mehrung

 

Der Gebänderte Dickfingergecko ist wie alle Vertreter der Gattung nachtaktiv. Seine Aktivitätszeit im Terrarium beginnt kurz nach dem Ausschalten der Beleuchtung. Ge­gen Mitternacht konnte keine Akti­vität mehr festgestellt werden. Die Tiere können trotzdem auch tags­über häufig beim Sonnen, Fressen und Trinken beobachtet werden. Während der Fortpflanzungszeit werden von beiden Geschlechtern kurze Rufe ausgestoßen. Beim Ein­fangen der Tiere im Terrarium konnten regelmäßig Quietsch- und Piepslaute wahrgenommen werden (vgl. Mertens 1946), welche sich jedoch von den zuvor genannten unterscheiden. Bei Jungtieren konn­te bisher keine Lautäußerung wahr­genommen werden. Die Geckos häuten sich alle 4-6 Wochen. Die alte Haut wird dabei möglichst im Ganzen abgestreift und gewöhnlich von den Geckos verzehrt. Übrig gebliebene verein­zelte Hautfetzen werden jedoch nicht mehr gefressen.

Pachydactylus fasciatus
Adultes Männchen von Pachydactylus fasciatus mit sich auflösender Bänderzeichnung. © M. Barts

Pachydactylus fasciatus
Adultes Weibchen von Pachydactylus fasciatus im Terrarium.  © M. Barts

Zwei Pärchen der Art wurden über 5 Jahre in separaten Terrarien gepflegt. Eine Haltung von einem Männchen und zwei bis drei Weibchen ist möglich, da die Weib­chen untereinander keinerlei Rivalität zeigen (Swatek in litt.). Die vom Autor für P. fasciatus verwendeten Ter­rarien, deren Größe, Einrichtung, Beleuchtung und die dadurch erzielten Haltungstemperaturen entsprechen den bereits für P. tsodiloensis gemachten Angaben (Barts, Boone & Hulbert 2001). Die meisten Pachydactylus-Arten lassen sich unter ähnlichen Terrarienbedingungen halten und zur Fortpflanzung bringen. Die Geckos bekommen das übliche Terrarienfutter (Drosophila, Heimchen, Grillen, Heuschrecken und Mehlkä­fer) in entsprechender Größe. Jedes angebotene Futter­tier wird mit Mineral- und Vitaminpräparaten (z.B. Korvimin ZVT®) bestäubt. Einmal pro Woche wird im Terra­rium gesprüht. In unregelmäßigen Abständen werden dem Sprühwasser auch Vitaminpräparate, z. B. Multi-Mulsin® beigemischt.

Pachydactylus fasciatus
Trächtiges Weibchen von Pachydactylus fasciatus. NW-Namibia. © M. Barts

Im europäischen Frühjahr wurden bei guter Fütterung pro Jahr 4 bis 6 Gelege pro Weibchen in lockerem Sand vergraben. 80% der beim Autor abgesetzten Gelege be­standen aus 2 Eiern; in den restlichen Fällen wurde nur ein Ei abgelegt. Die ovalen Eier sind weiß und messen 8,8-9,5 x 10,2-12 mm (durchschnittlich 10,9 x 8,9 mm, n = 20). Die Stärke der Eischalen beträgt durchschnitt­lich 33 Mikrometer (RöLL 2001). Bei einem im Biotop unter einem Stein gefundenem Gelege (bauer et al. I.e.) hatten die Eier die Maße 11,3 x 9 bzw. 11,5 x 8,9 mm. Diese Maße entsprechen den im Terrarium gewonnenen Da­ten.

Pachydactylus fasciatus
Gelege von Pachydactylus fasciatus. © M. Barts

 

Die Eier wurden in einen Inkubator (Jäger Kunstglucke) überführt und bei 25-28°C (nachts) und 30-32°C (tags) bebrütet. Die Jungen schlüpften nach einer Inkubations­zeit von 48 bis 72 Tagen (durchschnittlich 56,3 Tage, n=14). Die Schlüpflinge maßen 18,7 bis 21,4 mm Kopf-Rumpf-Länge (durchschnittlich 20,2 mm, n - 12) und 19,4 bis 25,6 mm Schwanzlänge (durchschnittlich 22,5 mm, n - 12). Es ist ratsam, die Gelege in kleinen Behältern se­parat zu zeitigen, da Schlüpflinge beim Umherlaufen im Inkubator leicht andere Eier umherrollen, wodurch deren Embryos absterben könnten.

Pachydactylus fasciatus
Schlupf von Pachydactylus fasciatus. © M. Barts


Frisch geschlüpftes Jungtier von Pachydactylus fasciatus. © M. Barts

Beim Verfasser werden zur Aufzucht Terrarien mit 25 cm Kantenlänge oder 20 x 25 x 30 cm (L x B x H) verwen­det, die mit nicht mehr als drei Tieren pro Terrarium besetzt werden. Bei größeren Gruppen bleibt durch psy­chischen Druck meistens ein Tier auf der Strecke. Bei einer Einzelaufzucht gab es hingegen keine Verluste (Ballandat pers. MittL). Die Jungtiere erhalten zweimal pro Woche die üblichen Futtertiere in entsprechender Grö­ße (siehe Barts et al. 2001).

Im Laufe der Jahre schlüpften drei Jungtiere mit verstümmelten Vorderfüßen. Die Zehen fehlten ganz oder waren miteinander verwachsen. Diese Geckos bewegten sich nicht laufend, sondern mit den Hinterbeinen springend vorwärts. Das Jagdverhalten entsprach dem normal entwickelter Jungtiere. Mehrere Futteraufnahmen und ein Wachstum wurden beobachtet, jedoch verendeten diese Jungen nach 2 bis 3 Monaten,

Der Versuch, ein frisch geschlüpftes Jungtiere über län­gere Zeit im Terrarium der Alttiere zu halten, ergab kein Aggressionsverhalten gegenüber dem Jungtier. Selbst im Versteckplatz der Adulti wurde es beobachtet. Auch konnte keinerlei Futterneid festgestellt werden. Zur bes­seren Kontrolle wurde das Jungtier nach einer Woche wieder dem Terrarium der Eltern entnommen. Bei Swatek (in litt.) gelang sogar eine komplette Auf­zucht der Jungtiere im Terrarium der Eltern. Der Fortpflanzungszyklus endet Ende Herbst. Ein Separieren der Partner ist nicht erfor­derlich.

Gesunde Nachzuchttiere sind mit dem Ende des dritten Lebensjahres fortpflanzungsfä­hig, wobei die Weibchen mit der Ablage unbefruchteter Eier bereits im zweiten Le­bensjahr beginnen.

Pachydactylus fasciatus
Wenige Wochen altes Jungtier von Pachydactylus fasciatus. © M. Barts

Beschreibung

Pachydactylus fasciatus ist ein kleiner, schlanker Gecko mit abgeflachtem Körper. Die Ohröffnung ist klein und oval. An der Schnauze befinden sich kleine Körnchen­schuppen. Am Hinterkopf sind diese etwas größer und mit kleinen, glatten, gekielten Tuberkelschuppen ver­mischt. Man zählt 8-9 obere und 7-8 untere Labialia. Unter der ersten Zehe befinden sich 6, unter der vierten Zehe 10 Lamellen. An Körper und Flanken finden sich Körnchenschuppen, zwischen denen große, stark gekielte Tuberkeln 16-18 mehr oder weniger regelmäßige Längsreihen bilden; an den Flanken sind erstere mehr kegel­förmig. Die Ventralschuppen sind kleiner als die Dorsalia. Der Schwanz ist dünn, zylindrisch, zum Ende spitz zu­laufend und durch sechs Reihen von gekielten, spitzen Tuberkelschuppen segmentiert (Boulenger 1888). Die Schwanzunterseite ist mit großen dachziegelartig ange­ordneten Schuppen bedeckt, wovon die mittleren stark vergrößert sind. Der Schwanz (bis 55 mm) ist länger als die Kopf-Rumpf-Länge (bis 43 mm). Der Rücken ist hellbraun bis gelblich braun mit drei und auf dem Schwanz mit 8-10 dunkel- bis schwarzbraunen Bändern. Von der Schnauze bis zum Nacken verlaufend umgibt ein brauner Streifen den Kopf. Die Kopfobersei­te ist rötlich braun. Die Unterseite, einschließlich des Schwanzes, ist schmutzig weiß gefärbt (branch 1988). Bei den adulten Männchen des Verfassers konnte mit zunehmendem Alter eine Auflösung der markanten Bänderzeichnung festgestellt werden. Bei Jungtieren sind Fär­bung und Kontrast deutlicher ausgeprägt (besonders die schwarzbraune Bänderung des Rückens). Wie schon bei Barts, Boone & Hulbert (2001) für Pachydactylus tsodiloensis bemerkt, ist auch bei Pachydactylus fasciatus eine Unterscheidung der Geschlechter sehr schwierig. Die Zusammenstellung der Zuchtpaare erfolgte daher ausschließlich aufgrund von eingehender Beobachtungen des Territorialverhaltens der einzelnen Exemplare und den daraus gewonnenen Schlussfolgerungen.

 

Originalbeschreibung / Original description

BOULENGER, G.A. (1888): On new or little- known South- African Reptiles. — Ann. Mag. Nat. Hist., Ser. 6, 2: 138 — Terra typica: Damaraland, South West Africa

Head oviform, very distinct from neck; snout a little longerthan the diameterof the orbit; ear-opening small, oval, not half the diameter of the eye. Snout covered with enlarged oval granules; hinder part of head with minute granules, intermixed with oval, smooth, or obtusely keeled tubercles; naso-rostrals in contact; eight or nine upper and seven lower labials; mental twice as long as broad, narrower than the neighbouring labials; no chin-shields. Upper parts covered with minute granules intermixed with large trihedral tubercles forming eighteen longitudinal series; ventral scales moderate. Digits dilated at the end; nine lamellae under the dilated part of the median toes. Tail with transverse series of pointed, keeled tubercles; lower surface with enlarged, imbricate, smooth scales. Pale brown above, with dark brown transverse bands, which are more distinct in the young than in the adult; a dark brown horseshoe-shaped streak round the back of the head and passing through the eyes; three cross bands on the body, the first and second very broad, the third across the sacrum, from eight to ten on the tail.

Total length: 107 mm
Head: 15 mm
Width of head: 10,5 mm
Body: 34 mm
Fore limb: 17 mm
Hindlimb: 22 mm
Tail: 58 mm
 

Closely allied to P. Bibonii; distinguished by a less stout habit, smaller size, smaller ear-opening, and in coloration.