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Haltungsbericht/keeping report of Pachydactylus monicae online (2:18 AM, 04/08/2015)


Haltungsbericht/keeping report of Pachydactylus rugosus online (7:20 PM, 03/22/2015)


Neue Art/New species Pachydactylus maraisi beschrieben/described (11:57 AM, 12/04/2011)


Neue Art/New species Pachydactylus etultra beschrieben/described (4:22 PM, 06/30/2011)


Neue/New Pachydactylus-Art/Species P. boehmei online (4:43 PM, 11/25/2010)


Pachydactylus haackei BRANCH, BAUER & GOOD 1996

Originalarbeit erschienen in der SAURIA, Berlin.

Biotop

Auf mehreren Reisen wurden Fundorte von Haacke´s Dickfingergecko in den Monaten Oktober und November besucht. Nördlich der Kleinstadt Grünau im Karasburg Distrikt (Namibia) bewohnen die Geckos eine kleine, isolierte Felskuppe von ungefähr 80 × 25 × 15 m (L×B×H). Die nächste, etwa gleich große Felskuppe ist ca. 500 m entfernt. Durch Verwitterung sind in den quarzithaltigen Gesteinsbrocken viele scharfkantige Spalten und Ritzen entstanden, in denen zum Teil Bäumchen und Gebüsch wachsen. Die Gegend um diese Felskuppen ist eine Grassavanne mit verstreut liegenden größeren und kleineren Felsbrocken, die wiederum Mikrohabitate für andere Reptilienarten bilden.
Das Klima im Verbreitungsgebiet zeigt eine annuelle Temperaturkurve von -4 bis +42°C. Die mittlere Luftfeuchtigkeit schwankt zwischen 22 und 49% (Werte des Ortes Keetmanshoop, ca. 150 km vom beschriebenen Biotop entfernt).
Im selben Biotop konnten die Geckoarten Pachydactylus montanus, Chondrodactylus turneri, C. bibronii und Narudasia festiva festgestellt werden. Weiterhin kommen hier auch Agama atra atra, Cordylus polyzonus und Mabuya sulcata vor. Psammobates tentorius verroxii und Pedioplanis namaquensis bevölkerten die Grassavanne und Mabuya sparsa die knorrigen Akazien.

Pachydactylus haackei Biotop

Terrarienhaltung und -beobachtungen

Die Tiere wurden in verschiedenen Terrarien gehalten. Wichtig ist, dass diese höher als breit sind. Ich bevorzuge Becken mit den Maßen 60 × 30 × 70 cm (L×B×H). Das Terrarium wird mit mehreren Versteckplätzen versehen. Hauptbestandteil sind senkrecht stehende Kalksandsteinplatten und hohle Korkeichenäste. Plastikpflanzen und ein Trinknapf vervollständigen die Einrichtung. Der Bodengrund besteht aus feinem Sand mit einer Körnung von ca. 1-2 mm.

Pachydactylus haackei Weibchen
Weiblicher Haacke's Dickfingergecko.


Pachydactylus haackei Farm Spitskoppe, 40 km östlich Keetmanshoop, Namibia © A. Meyer

 

Beleuchtet wird das Terrarium mit handelsüblichen Leuchtstoffröhren (2 × 36 W) und einem 30 W Punktstrahler, der jahreszeitlich bedingt zum Einsatz kommt. Es werden Tagestemperaturen von 30-32°C erreicht. Die Beleuchtungsdauer beträgt im europäischen Sommer 10-12 h, im Winter 8-10 h. Zusätzlich wird der Punktstrahler im Frühjahr, Sommer und Herbst für ca. 4 Stunden eingeschaltet. Nachts sinkt die Temperatur auf die Zimmerwerte ab, im Sommer 15-22°C, im Winter 5-12°C. In frostfreien Winternächten wird das Fenster des Terrarienzimmers geöffnet, um eine möglichst niedrige Nachttemperatur zu erreichen.
Pachydactylus haackei fressen alles, was sich bewegt und überwältigen lässt. Auffällig ist ihre große Gier, sowie das Packen und sofortige Verschlingen der Beute ohne deutliche Kaubewegungen. Es wird darauf geachtet, möglichst kleine Futtertiere in größeren Mengen anzubieten. Die Nahrung besteht daher hauptsächlich aus Heimchen, Mittelmeergrillen und äthiopischen Kurzflügelgrillen. Zusätzlich werden Schaben, gelegentlich Babymäuse, Kellerasseln, Spinnen und auch Drosophila angeboten.

Pachydactylus haackei Männchen
Männlicher Haacke's Dickfingergecko.


Pachydactylus haackei, Fish River Canyon, 10 km westlich Hobas, Namibia © A. Meyer

Selbst den kleinen Insekten des Wiesenplanktons, das in den Sommermonaten von Waldwiesen gekeschert wird, jagen die Geckos nach.
Trinkwasser bekommen die Tiere einmal pro Woche durch Übersprühen der Einrichtung im Terrarium. Dies wird von der Terrarienscheibe und von den Plastikpflanzen abgeleckt. Eine Wasseraufnahme aus dem Trinknapf konnte noch nicht beobachtet werden. Alle Futtertiere werden mit einem Mineralstoff-, Vitamin- und Kalkpräparat (z.B. Korvimin ZVT®) eingestäubt. Zusätzlich werden Calcipot D3-Tabletten, Taubengrit oder Sepischulp zerbröselt und im Terrarium verteilt. Diese Tablettenstückchen werden aber nur gelegentlich gefressen.
Die männlichen Tiere sind im Stande, Rufe von sich zu geben. Es ist ein schnarrendes Geräusch, welches ca. 30s anhält und unter Umständen in kürzeren Abständen wiederholt werden kann. Ob diese Laute vom Männchen oder Weibchen abgegeben werden, konnte nicht eindeutig lokalisiert werden.
Nach einer erfolgreichen Paarung, kleben die Weibchen ihre 2 Eier an Korkeich oder auch Steinplatten an. Eine rosa Färbung der Eier zeigt nach 2-3 Tagen eine Befruchtung an. Die Gelege ähneln denen großer Phelsuma-Arten und messen ca. 15 x 16 mm.
Die Zeitigungstemperaturen variierten sehr. Das Temperaturspektrum am Tage lieg zwischen 25-32°C, in der Nacht zwischen 15-22°C. Nach 80–93 Tagen schlüpften die Jungtiere. Diese besitzen eine KRL von 30–34 mm bei einer SL von 27–32 mm.
Jungtiere werden einzeln in Terrarien mit den Maßen 20 × 25 × 30 cm (L×B×H) aufgezogen.

Pachydactylus haackei Schlupf
Jungtier während des Schlupfes.

Pachydactylus haackei Schlüpfling
Wenige Stunden alter Schlüpfling.

Anmerkung

Schon FITZSIMONS (1943) zeigte ein Foto (Pl. X: Fig. 6) eines Masseneiablageplatzes von P. namaquensis. Das Foto entstand auf der Farm Barby im Bethanien Distrikt, Namibia. Auch diese Eier waren geklebt und befanden sich unter einer losen Steinplatte an einem größeren Felsen. Der angegebene Fundort dieses Platzes liegt im heute bekannten Verbreitungsgebiet von P. haackei. Aufgrund des damals erheblich unvollständigeren Wissensstandes über das Legeverhalten innerhalb der Gattung Pachydactylus wurde die Richtigkeit der Artbestimmung in der dazugehörigen Bildunterschrift angezweifelt. Diese Dokumentation kann jedoch nunmehr als korrekt bestätigt werden.

 

Wissenschaftliche Beschreibung

Der abgeplattete Kopf ist etwas länger als breit und vom Hals abgesetzt. Er ist 1,22 mal so lang wie die Entfernung zwischen Ohr und Auge und entspricht 2,04 mal 14 der Größe des Augendurchmessers. Das Rostrale ist breiter als lang und reicht seitlich bis in die Nasenlöcher.
Die Nasalia sind deutlich erkennbar. Die Infralabialia werden durch kleine Körnchenschuppen begrenzt. 15 Körnchenschuppen begrenzen das Mentale und die benachbarten Infralabialia. Es sind 12 Supra- und 11 Infralabialia vorhanden. Die Schuppen auf der Schnauze und zwischen den Augen sind schmal und körnig. Kinn und Kehle sind mit kleinen, flachen Tuberkelschuppen versehen.
Auf dem Rücken befinden sich unregelmäßig eingestreute, vergrößerte Körnchenschuppen. Diese sind schwach gekielt und der Länge nach oval abgerundet. An den Körperseiten sind sie dicker und mehr gerundet, über die Rückenmitte fehlen sie. Der Bauch ist mit flachen, glatten Schuppen bedeckt.
Der gedrungene Körper ist mit kräftigen Gliedmaßen ausgestattet. Die Finger 1, 2, 3 und 5 zeigen jeweils 11, der 4. Finger 12 Subdigitallamellen. Die erste Zehe besitzt 10; die zweite 11, die dritte, vierte und fünfte 13 Subdigitallamellen. Die letzten Lamellen am fünften Finger und Zeh sind paarig ausgebildet. Der Schwanz ist etwas länger als die Kopf-Rumpf-Länge (KRL), an der Basis breit, am Ende zugespitzt und durchgehend segmentiert.
Die Männchen erreichen eine maximale KRL von 85 mm, wohingegen Weibchen in der Regel etwas kleiner bleiben. Männliche Tiere besitzen keine Präanalporen. Auf der hellgrauen Körperoberseite befinden sich undeutliche hellere Flecken, welche auf dem Schwanz an Intensität gewinnen, schmaler werden und 7 unregelmäßige Bänder formen. Die Unterseite des Körpers ist cremefarben; die Kopfunterseite, Kehle und Brust sind etwas aufgehellt. Eine schwache dunkelgraue Netzzeichnung ist an den Seiten des Körpers und des Schwanzes erkennbar (BRANCH et al. 1996).
Die Geschlechter sind nur schwer unterscheidbar. Männchen werden geringfügig größer und wirken kräftiger und massiger, unterscheiden sich aber nicht in der Färbung. Nur in der Paarungszeit ist eine leichte Verdickung der Hemipenistaschen erkennbar.

 

Originalbeschreibung / Original description

BRANCH, B., A. BAUER & W. GOOD (1996): A rewiev of the Namaqua gecko, Pachydactylus namaquensis from southern Africa, with the description of two new species. — S. Afr. Jour. Zool., 31(2): 53-69 — Terra typica: Farm Kuchanas, Great Karasberg, südliches Namibia (27°02‘S, 18°43‘E)

Holotypus: PEM R9282, adultes M, Paratypen: PEM R9283 – 9284, PEM R10941, selbe Daten wie Holotypus; PEM R7606

Derivatio nominis: Benannt zu Ehren von Wulf D. Haacke, Kurator der herpetologischen Sektion im Transvaalmuseum, Pretoria – Südafrika.

Trivialnamen: Deutsch/German: Haacke’s Dickfingergecko; English: Haacke’s thicktoed gecko, France: Pachydactyle de Haacke

 „ ... Head depressed, slightly longer than broad and distinct from neck; snout obtusely rounded, swollen in the canthal region, and1.22 times the ear to eye distance, and 2.04 times the eye diameter; ear opening an oblique oval (height less than twice width), that lacks enlarged lobules of tympanic shields; eye relatively large, ringed by small ciliary granules thatare only slightly larger on the upper edge, and with a vertical pupil that constricts to two pinhole openings in preserved specimens; rostral broader than wide, with a scalloped dorsal edge and lateral projections into the nostrils; nasal region distinctly raised, with nostril directed upwards and bordered by three nasals and extension of the rostral; first supralabial excluded fromnostril by contact between rostral and postnasal; suture of supranasal and rostral rounded to form a scallop into the dorsal margin of the rostral; supranasals separated by a single granule; mantal rectangular, narrower than rostral, more than 1.5 times longer than broad, and bordered by granules; 15 granules borderthe mental and adjacent infralabials; supralabials 12; infralabials 11. Scales on snout and between eyes small and granular (a slight skin tear occurs in the midline), larger on loreal and canthal region; crown of head conered with small granules with no scattered tubercles; chin and throat covered with small, flattened granules. Back covered with granules that are larger than those on crown, intermixed with enlarged tubercles that are rarely more than twice surrounding granules, that may be faintly keeled, and longitudinally ovalor rounded, and are denser and more rounded on the sides of the body and absent along backbone; tubercles on thight rounded and subconocal. Belly covered with flattened, smooth, imbricate scales, that are enlarged on underside of thighs.

Body stout; limbs short; digits moderate, with distal expansions well developed and subdigital lamellae arranged as follows: fingers I, III, IV and V, 11 lamellae each, finger IV with 12 lamellae; toe II, 11 lamellae, toe III, IV and V with 13 lamellae. The last (most distal)lamella of each digit is paired; all fingers and toes lack claws. The median row of subdigital scales width of adjacent granules and occasionally divided. Tail (76.1 mm, last 13 mm regenerated) slightly shorter than snout-vent length; very broad basally and tapering rapidly; segmented, distinctly so on sides, each segment above with 5-7 rows of scales including towards the distal borderof the segment a transverse row of 6-8 enlarged, pointed tubercles, of which the lateral ones are the largest but are not extended into spines; below the scales are large and imbricate, reducing to one row at midlength, and becoming irregular distally. An oblique row of three to four enlarged, flattened tubercles occurs on the tail base on either side of the vent. Meristics for the type series are shown in Table 3. ...“

Verbreitung: Südliches Namibia – Im Süden begrenzt durch den Orange River von Onseepkans westlich bis ins Richtersfeld. Im Norden bis zur Farm Duwisib, Maltahöhe Bezirk.