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Pachydactylus montanus METHUEN & HEWITT 1914

Originalpublikation erschienen in SAURIA, Berlin, 2009, 31 (4): 3–8.

Beschreibung

P. montanus ist ein kleiner Vertreter seiner Gattung. Das größte meiner erwachsenen Männchen besitzt eine Kopf-Rumpflänge (KRL) von 37,79 mm, bei einer Schwanzlänge (SL) von 41,73 mm. Das größte Weibchen besitzt hingegen eine KRL von 43,47 mm mit einem (regenerierten) Schwanz von 34,28 mm.

Wie die allermeisten Geckos können auch P. montanus ihre Schwänze an verschiedenen Sollbruchstellen abwerfen. Das schnell nachwachsende Regenerat besitzt dieselbe gelbliche Grundfärbung wie der restliche Körper. Auch dunkle Zeichnungselemente bilden sich aus, weshalb Regenerate nur schwer erkennbar sind.

Pachydactylus montanus
Erwachsenes Weibchen von Pachydactylus montanus. S-Namibia. 
© M. Barts

Verbreitung und Lebensweise

Pachydactylus montanus ist ein Felsbewohner Namibias und Südafrikas. Schon Visser (1984) und Griffin (2003) vermuteten die Art auf beiden Seiten des Oranje Rivers, dem Grenzfluss zwischen Namibia und Südafrika. Hier lebt sie zwischen Kakamas und Vioolsdrif. In Namibia kommt sie östlich bis zum Fish River Canyon, westlich bis in die nördlichen Karasberg Berge und nördlich bis Keetmanshoop vor. Weiterhin lebt sie in isolierten Gebieten in mehreren Gebieten um Lüderitz und nördlich von Rosh Pinah. Weiter nach Südosten ist sie auch von der Farm Olyvenkolk nahe Kenhardt bekannt. Ein Exemplar wurde auf der Farm Houmoed in den Tirasbergen, ca. 30 km östlich von Aus gefunden und als P. montanus bestimmt. Dieser Fundort bezieht sich auf unveröffentlichte Aufzeichnungen von Visser. Sie leben bis in eine Höhe von 2225 m ü.d.M.

Pachydactylus montanus kommt am Oranje River sympatrisch oder nahezu sympatrisch mit P. purcelli vor, in vielen Biotopen vor Onseepkans und am Großen Karasberg mit P. serval (Bauer, Lamb & Branch 2006), bei Grünau mit P. haackei, Chondrodactylus bibronii, C. turneri laevigatus und Narudasia festiva (pers. Beob.).

Die Art lebt in felsigem Terrain in Gesteinspalten. An großen Felsen entstehen durch Erosion Steinplatten, die sich vom Stein zu lösen beginnen. Unter diesen Platten finden die Tiere die bevorzugten Tagesverstecke. Mehrere übereinander geschichtete Steinplatten können an Felshängen auch mal eine Fläche von 5–10 m² bilden. Größere Steinplatten werden zur Basis hin, also zum Hauptfels dicker. Nicht alle Spalten werden aber von den Tieren genutzt. Die bevorzugten Spalten die die Tiere nutzen besitzen folgende Merkmale: fast senkrecht; Spalteneingang unten; Tiefe: 20–50 cm; keine permanente direkte Sonneneinstrahlung; relativ windstill. Nicht genutzte Spalten liegen in direkter permanenter Sonneneinstrahlung; enthalten angewehte Pflanzenteile, wie Samen, kleinste Teile von Ästen und Gräsern, toten Wirbellosen oder auch Teilen davon, Vogelfedern, Daunen usw.

Pachydactylus montanus
Lebensraum von Pachydactylus montanus. S-Namibia.
© M. Barts

Ein entscheidender Fakt ist die Tiefe der Spalte. Dadurch wird den Tieren die Möglichkeit geschaffen, Plätze in verschiedensten Temperaturbereichen aufzusuchen. Während am Eingang die Tagestemperatur der Außentemperatur gleicht, ist diese an der tiefsten Stelle der Spalte mindestens 15 °C geringer. Dieselben Spalten bewohnen auch Narudasia festiva die ich oft gemeinsam mit P. montanus antreffen konnte. Sehr häufig findet man in diesen Spalten auch Termitennester (pers. Beob.).

 
Parasiten

An Pachydactylus montanus wurden Milben entdeckt, die von Lawrence (1951) als Geckobia damarensis beschrieben wurden.

 
Verhalten, Haltung und Ver­mehrung

Pachydactylus montanus ist wie alle Vertreter seiner Gattung nachtaktiv. Die Aktivitätszeit im Terrarium beginnt kurz nach dem Ausschalten der Beleuchtung. Eingewöhnte Tiere können aber auch tags­über häufig beim Sonnen, Fressen und Trinken beobachtet werden. Während der Fortpflanzungszeit werden von beiden Geschlechtern kurze Rufe ausgestoßen. Beim Ein­fangen der Tiere, bei Arbeiten im Terrarium oder auch bei versehentlichen Störungen konnten regelmäßig kurze Quietsch- und Piepslaute wahrgenommen werden (vgl. Gramentz & Barts 2004). Von Jungtieren konnten bisher keinerlei Töne registriert werden.

Die Geckos häuten sich alle 4–6 Wochen. Die alte Haut wird dabei im Ganzen abgestreift und gewöhnlich verzehrt. Übrig gebliebene Hautfetzen werden dann nicht mehr gefressen.

Die Art wurden über 5 Jahre paarweise oder in Gruppen von 1,2 oder 1,3 gepflegt. Diese Form der Haltung ist möglich, da die Weib­chen untereinander keinerlei Rivalität zeigen. Die vom Autor für P. montanus verwendeten Ter­rarien entsprechen in Größe, Einrichtung, Beleuchtung und den dadurch erzielten Haltungstemperaturen den bereits für P. weberi (Barts 2007) und serval (Barts 2008) gemachten Angaben. Die meisten Pachydactylus-Arten lassen sich unter ähnlichen Terrarienbedingungen halten und zur Fortpflanzung bringen. Die erwachsenen Geckos bekommen zweimal wöchentlich das in der Terraristik übliche Futter in Form von Drosophila, Heimchen, Grillen, Heuschrecken und Wachsmaden in entsprechender Größe. Jungtiere bis in ein Alter von 4 Monaten werden alle 2–3 Tage gefüttert. Jedes angebotene Futter­tier wird mit Mineral- und Vitaminpräparaten (z.B. Korvimin ZVT®) bestäubt. Ein- bis zweimal pro Woche wird in den Terra­rien gesprüht. In unregelmäßigen Abständen werden dem Sprühwasser auch Vitaminpräparate, z.B. Multi-Mulsin®, beigemischt.

Beginnend im europäischen Frühjahr wurden bei guter Fütterung pro Jahr 4 bis 8 Gelege pro Weibchen in lockerem Sand vergraben. 90% der beim Autor abgesetzten Gelege be­standen aus 2 befruchteten Eiern; in den restlichen Fällen wurde nur ein Ei abgelegt oder das Gelege war unbefruchtet. Die ovalen Eier sind weiß und messen 9,05–10,8 × 6,18–7,85 mm (durchschnittlich 9,8 × 7,34 mm, n = 33).

Pachydactylus montanus
Gelege von Pachydactylus montanus.
© M. Barts

Es ist ratsam, die Gelege in kleinen Behältern se­parat zu zeitigen, da Schlüpflinge beim Umherlaufen im Inkubator leicht andere Eier in ihrer Lage verändern und dadurch deren Embryos absterben können. Des Weiteren vereinfacht es die Datenaufzeichnung.

Die Eier wurden in einen Inkubator (Jäger Kunstglucke) bei 25–28°C (nachts) und 28–30°C (tags) bebrütet. Die Jungen schlüpften nach einer Inkubations­zeit von 45 bis 82 Tagen (durchschnittlich 70 Tage, n=24). Sie besaßen eine KRL von 17,42–20,15 mm (durchschnittlich 18,92 mm, n = 10) und eine SL von 14,51–20,13 mm (durchschnittlich 18,34 mm, n = 10). Sie wiegen 0,13–0,20 g (durchschnittlich 0,16 g, n = 4).

Pachydactylus montanus
Frisch geschlüpftes Jungtier von Pachydactylus montanus.
© M. Barts

Pachydactylus montanus
Frisch geschlüpftes Jungtier von Pachydactylus montanus.
© M. Barts

Beim Verfasser werden zur Aufzucht Plastikdosen mit den Maßen 11 ´ 18 ´ 7 cm (L´B´H) und einem großen Gazefenster im Deckel verwen­det. In diesen werden die Tiere einzeln aufgezogen. Sie stehen nebeneinander in einem Regalsystem, das Platz für mehrere Reihen solcher Büchsen bietet. Jede Reihe wird von einer 35 W-Leuchtstoffröhre beleuchtet. So werden Temperaturen von 28–32°C erreicht.

Ein versuchsweise im Terrarium der Alttiere gehaltener Schlüpfling ließ auch über län­gere Zeit kein Futterneid oder Aggressionsverhalten der Adulti ihm gegenüber erkennen, auch nicht, wenn er sich in deren Versteckplatz aufhielt. Zur bes­seren Kontrolle wurde das Jungtier dann aber wieder dem Terrarium der Eltern entnommen.

Der Fortpflanzungszyklus endet Ende Herbst, wenn die Temperaturen im Terrarium entsprechend gesenkt werden. Ein Separieren der Partner ist nicht erfor­derlich.

Nachzuchttiere sind mit Ende des ersten Lebensjahres fortpflanzungsfä­hig, wobei Weibchen bereits im Alter von 9 Monaten mit der Ablage unbefruchteter Eier beginnen können. Aus Sicherheitsgründen werden Nachzuchttiere aber erst ab einem Alter von mindestens 1,5 Jahren verpaart.

 


Pachydactylus montanus
Erwachsenes Männchen von Pachydactylus montanus. S-Namibia.
© M. Barts

 

Literatur

Barts, M. (2007): Die Dickfingergeckos des südlichen Afrikas. Teil VII: Webers Dickfingergecko Pachydactylus weberi Roux, 1907. – SAURIA, Berlin, 29 (1): 47–53.

— (2008): Die Dickfingergeckos des südlichen Afrikas. Teil VIII: Servals Dickfingergecko Pachydactylus serval Werner, 1910. – SAURIA, Berlin, 30 (1): 35–41.

Bauer, A. M., Lamb, T. & Branch, W.R. (2006): A Revision of the Pachydactylus serval and P. weberi Groups (Reptilia: Gekkota: Gekkonidae) of Southern Africa, with the Description of Eight New Species – Proc. California Acad. Sci., San Francisco, Ser. 4, San Francisco, 57 (23): 595–709.

Griffin, M. (2003): Annotated checklist and provisional conservation Status of Namibian Reptiles. – Windhoek, 169 S.

Lawrence, R. F. (1951): New parasitic mites from South African lizards. – Ann. Transvaal Mus., Pretoria, 21 (4): 447–459.

Methuen, P. A. & Hewitt, J. (1914): Records and Description of the Reptiles and Batrachians of the Collection. – Ann. Transvaal Mus., Pretoria, 4 (3): 117–145.

Visser, J. (1984): Akkedisse van Suider-Afrika 6. Tierboskat geitjies. – Landbou Weekblad, 333: 48–53.

 

Originalbeschreibung / Original description

METHUEN, P.A. & J. HEWITT (1914): Records and Description of the Reptiles and Batrachians of the Collection. — Ann. Transvaal Mus., 4(3): 129 — Terra typica: Lord Hill's Peak in the Great Karas Mountains, at an altitude of 7800 feet, Type, T. M. Cat. Kept. No. 3080 in the Transvaal Museum.

A single example from Lord Hill's Peak in the Great Karas Mountains, at an altitude of 7800 feet, Type, T. M. Cat. Kept. No. 3080 in the Transvaal Museum.

Related to P. weberi, Roux (Zool. Jahrb. 25, 1907, p. 408, Taf. 14,Fig. 4,5): the differences therefrom are mentioned later.

Description: head rather large: head and body depressed. Snout one and a half times as long as the diameter of the orbit. Ear-opening elliptic nearly vertically oblique. Third toe bears inferiorly seven lamellae. Rostral, which is about twice as broad as deep, enters the nostril. The latter is pierced between two postnasals, naso-rostral, first labial, and rostral. Naso-rostrals in contact. The first labial is not pentagonal as described for P. weberi, but normal, i.e. four-sided. The symphysial is practically as deep as the adjoining labials, not as broad : it is a little more than twice as deep as broad. Labials 9/9 on the one, 10/9 on the other side.

The dorsal lepidosis is heterogeneous. The granules on the snout are enlarged and are twice or a little more than twice as large as the granules on the back. On the back mixed with the small granules are tubercles of moderate size somewhat flattened but keeled : these tubercles are quite seperate from one another and arranged more or less in longitudinal lines: on the flanks however they are close together, less regularly arranged and less flattened. The tubercles on the back lose themselves gradually on the back of the head and behind the eyes. Further, there is a narrow mid-dorsal area on the back free of tubercles. Below, the scales are sub-imbricate, those in middle, of belly slightly larger than those on the sides thereof.

The scutellation of the tail differs from that of P. weberi. The tail is the original one, the tip only (8 mm.) having been regenerated. It is divided into a number of segments, each segment carrying dorsally four to five transverse rows of scales: marking each segment is a single row of flattened moderately keeled tubercles.

Colour and markings in life: behind the head a dark horse-shoe band, and across the back a number of dark ferruginous broken bands, some forming large ocelli, others in the form of vermiculations: tail with broken cross-bars. Rest of upper surface purplish grey inclining on flanks and between eyes to olive: a lighter streak behind the upper lip and over the ear: the lips still lighter. A light yellowish streak from the anterior border of the eye to the snout. Anterior and posterior borders of the eye yellow. Tail and limbs more of an olive colour than the body. Lower parts grey. Length, 43,2 + 43,5 mm.

This species is the only known representative of the capensis group in which the rostral enters the nostril; it is also distinct from weberi in the character and disposition of the dorsal tubercles, in the scutellation of the tail, and in the shape of the first labial.

Two specimens were seen: they were occupying crevices in the rocks on the steep sides of the mountain.

 

Synonym

Pachydactylus serval onscepensis HEWITT, 1935

Some new forms of batrachians and reptiles from South Africa. — Rec. Albany Mus., 4(2): 318 — Terra typica: Onscephans on the Orange River

 

Type: A single female specimen from Onscephans on the Orange River, not far from Pella, collected by Dr. H. Maughan Brown and presented to the AlbanyMuseum. It is possibly related to the Namaqualand species fasciatus Blgr. (Ann. Mag. Nat. Hist. 6 II, p. 138), but the nostril character is different, and according to the figure given by Werner, based on a specimen from Kamaggas (Jenaische Denkschriften XVI, p. 312, in Schultze, Forschungsreise in Sudafrika), the dorsal scutellation and pattern are also very different.

The distinctive feature of onscepensis lies in the form of the symphisial scale: this is much elongate, about 2 1/2 times as long as broad, and narrowing considerably from front to back: the first lower labial is also much elongate, but narrows only slightly, and the posterior width considerably exceeds that of the symphisial but anterior width is about the same as the symphisial. Head elongate, snout rather narrow. Third lower labial also elongate and much longer (deeper) than broad when measured along the anterior margin, but only slightly longer or not at all so when measured along the posterior margin: the third labial is a little broader than deep and the succeeding labials much broader than deep. Nasorostrals in short contact. Rostral, first labial and three nasals bordering the nostril. The flat scales on the snout much larger than those on the occiput but only a little larger than those over the mesial area of the back. The scales of the back are nearly free of enlarged tubercles over a rather wide mesial area, but keeled flattened tubercles occur laterally: these tubercles are well separated from each by scales. On the occiput there are no well marked tubercles. The tail is long and slender and gently tapering: most of it is reproduced: the two remaining basal segments of the original tail have each a row of about 6 flattened feebly keeled tubercles dorsally. Belly scales all flat and imbricate: there is an area of considerably enlarged scales in the pelvic region. The digital pads are unusually large and spreading: 6 lamellae on the three largest toes, 5 on the other two: also a row of considerably enlarged scales under the digits mesially: the claw is very slender but relatively long.

Length from snout to vent 41 mm.: tail 40. Colour generally pale with numerous brown spots over the back: these are fairly large, more or less oval or round and disposed rather irregularly: a few brown marks also on the head.

Dr. Maughan Brown has also sent me a related gecko from Kakamas which seems to connect the form above described with purcelli Blgr. This specimen has no tubercles or enlarged scales over the dorsal surfaces of body and limbs except for one or two isolated scales posteriorly on each side just above the inguinal region, and these are only slightly enlarged. The rostral just enters the nostril and the first labial also enters, but on one side only narrowly so. Snout pointed, symphisial elongate and narrowed behind but not so much so as in onscepensis. Tail rather conspicuously ringed with enlarged scales. A zigzag white black-edged crossband over the neck and a white black-edged crossband over the chest region, also one less conspicuous over the inguinal region.