latest news

Haltungsbericht/keeping report of Pachydactylus monicae online (2:18 AM, 04/08/2015)


Haltungsbericht/keeping report of Pachydactylus rugosus online (7:20 PM, 03/22/2015)


Neue Art/New species Pachydactylus maraisi beschrieben/described (11:57 AM, 12/04/2011)


Neue Art/New species Pachydactylus etultra beschrieben/described (4:22 PM, 06/30/2011)


Neue/New Pachydactylus-Art/Species P. boehmei online (4:43 PM, 11/25/2010)


Pachydactylus rugosus SMITH 1849

 

Die Originalarbeit erschien in der SAURIA, Berlin.
 

Beschreibung

Kopf eiförmig, leicht abgeplattet, 1 1/5 länger als breit, viel breiter als der Hals; Körper rund mit unregelmäßigen Reihen vergrößerter Tuberkelschuppen, die auf dem Rücken durch Körnchenschuppen unterbrochen werden; mittlere Schuppenreihe auf den Zehen und unter den Fingern nicht vergrößert; Schwanz kürzer als die Kopf-Rumpflänge (KRL), segmentiert, mit Ringen aus 8–10 vergrößerten Tuberkelschuppen und dornigen Subcaudalia (Branch 1998). Schwanzregenerate werden nur als kurze, graue bis dunkelbraune, ballonähnliche Stücke ausgebildet.

Färbung

Die Grundfärbung dieser Art variiert entsprechend der Verbreitung. Während Tiere aus Südafrika hellbraun bis dunkelbraun sind, ist die Grundfärbung bei Tieren des nördlichen Namibias schwarzbraun. Entsprechend der Temperatur und der Stimmung des Tieres kann diese Färbung auch noch etwas heller oder dunkler erscheinen. Schmutzig bis schneeweiße Flecken, Bänder, Streifen oder eine Mischung aus all diesen finden sich auf Kopf, Körper und Schwanz. Diese Zeichnungselemente sind von Tier zu Tier verschieden und individuell. Jedes Tier schlüpft mit einer markanten Zeichnung und behält diese sein Leben lang bei. Innerhalb verschiedener Populationen existieren auch Tiere, deren Zeichnungselemente so großflächig sind, dass fast nur noch diese erkennbar sind.


Erwachsenes Männchen von Pachydactylus rugosus.

Lebensraum von Pachydactylus rugosus in einem namibischen Trockenfluss.

 

Verbreitung, Habitat und Lebensweise

Die Art ist von der nordwestlichen Kapprovinz in Südafrika bis zum Kaokoveld in Namibia verbreitet.

Geeignete Lebensräume liegen in Trockenflüssen und angrenzenden Gebieten. Diese Flüsse besitzen einen lehmigen, festen Untergrund. Kleine und größere Büsche, manchmal sogar größere Bäume können ebenfalls nur innerhalb der Flüsse existieren, da der Grundwasserspiegel hier bis näher an die Oberfläche reicht.

P. rugosus ist ein Bewohner toter umgestürzter Bäume, unter deren loser Rinde er den Tag verbringt. Selbst einzeln herum liegende größere Äste bieten geeignete Verstecke. Es werden nur solche Baumarten besiedelt, bei denen sich die Rinde durch Austrocknung in größeren Stücken vom Stamm löst. Akazien z.B. sind ungeeignete Bäume, da sich deren Rinde nur sehr schwer löst und wenn, dann nur in kleinsten Stücken. Im Ugab River (Namibia) konnte auch ein Weibchen unter einem kleineren Stück Rinde an einem großen lebenden Baum gefunden werden.

An und unter den Büschen sammeln sich Äste, Rindenstücke und allerlei andere Pflanzenteile, die angespült werden, wenn die Flüsse Wasser führen. Diese Haufen weisen viele Hohlräume auf, ähnlich einem Ameisenhaufen, in denen die Tiere Tagesverstecke finden (Barts pers. Beob.).

Die Trockenflüsse werden oft von Gesteinsbänken gesäumt. Finden sich hier geeignete enge Spalten, nehmen die Tiere auch diese als Versteck an. Erb (pers. Mitt.) berichtet auch von Felsspalten, die so eng waren, dass der Schwanz des sich darin versteckende Tieres am Tage herausschaute. Es ist zu vermuten, dass diese Verstecke als Notunterschlupf genutzt wurden, da kein passenderes gefunden wurde.

Auch von Menschen zurück gelassener Müll wird gelegentlich als Versteckplatz angenommen. Geeignet sind vor allem Pappkartons. Diese speichern Feuchtigkeit und wärmen sich nicht so schnell auf, sodass unter mehreren Schichten Pappe ein feuchter, relativ kühler Versteckplatz entsteht (Barts pers. Beob.).

Die nachtaktiven Geckos fressen allerlei Gliedertiere und Wirbellose, wie z.B. Termiten, Käfer, Heuschrecken, Falter und Asseln.

Seltener begegnet man den Geckos am Boden. Sie klettern gewöhnlich im unteren Bereich der Büsche umher oder erkunden ihren Holzhaufen oder den Baumstamm, an dem sie leben. Während der Paarungszeit sind jedoch vor allem die Männchen sehr aktiv und suchen nach Weibchen, weshalb sie dann häufiger am Boden zu finden sind.

Der Schwanz von P. rugosus ist im Verhältnis zu allen anderen Pachydactylus-Arten relativ dick und mit abstehenden Tuberkelschuppen besetzt. Er wird wahrscheinlich auch zur innerartlichen Kommunikation benutzt. Treffen sich zwei Tiere, egal welchen Geschlechts, wird der Schwanz hin und her gewedelt. Dies geschieht auch bei der Jagd, wenn ein Futtertier anvisiert wird und stellt ein normales, von vielen Geckoarten bekanntes Verhalten dar. P. rugosus benutzt ihn aber auch zur Abwehr. Bekanntermaßen können Geckos ihren Schwanz abwerfen. Dieser zappelt dann noch eine Weile und soll den Angreifer ablenken, damit das Tier fliehen kann. Diese Eigenschaft besitzt der Schwanz von P. rugosus auch. Die Besonderheit besteht aber darin, dass P. rugosus seinen Schwanz immer aufrecht trägt. Die Spitze ist eingerollt, ähnlich einer Spirale und befindet sich dann über dem Rücken des Tieres. Wenn der Gecko läuft, wird diese „Spirale“ auch noch nach links und rechts bewegt. Es besteht die Möglichkeit, dass hier ein Skorpion imitiert werden soll. Dies hat erstens den Vorteil, dass mögliche Feinde getäuscht werden und gar keinen Angriff starten, und zweitens erfolgt ein Angriff auf einen Skorpion immer zuerst auf den Schwanz, da sich dort der Giftstachel befindet. Bei einem Angriff auf den einen Skorpion imitierenden Gecko kann dieser nun seinen Schwanz abzuwerfen und zu fliehen versuchen, solange der Angreifer mit dem Schwanz beschäftigt ist.

P. rugosus ist zudem sehr „gesprächig“. Fängt man ein Tier, egal welchen Geschlechts oder erschreckt es sich z.B. bei Arbeiten im Terrarium, gibt es einen Schrecklaut ab (Gramentz & Barts 2004). Während der Paarungszeit können die Tiere aber noch einen ganz anderen Laut abgeben, der vermutlich dazu dient, Geschlechtspartner anzulocken und auf sich aufmerksam zu machen. Ob dieser Ruf nur von Männchen abgegeben wird, konnte bisher nicht beobachtet werden.


Das beschriebene Terrarium für die Alttiere.

Haltung im Terrarium

Der künstliche Lebensraum für diesen Gecko ist ein Trockenterrarium. Da die Tiere gerne klettern, ist das Becken höher als breit. Gemäß den Mindestanforderungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

sollte das Terrarium für ein Pärchen mindestens 4 × 3 × 2 mal so groß wie die KRL der Geckos sein. Pachydactylus rugosus erreicht eine KRL von maximal 60 mm, und somit soltle das entsprechende Terrarium dann die Maße 240 x 180 x 120 mm (L×B×H) haben. Es handelt sich zwar um eine Mindestanforderung, doch empfinde ich diese Beckengröße als viel zu klein. Ich habe mehrere Terrariengrößen ausprobiert und empfehle ein erheblich größeres Becken. Meine Tiere leben in Terrarien von 500 x 400 x 600 mm (L×B×H).

Der Deckel des Behälters besteht zu 80% aus Drahtgaze. Unter den Schiebescheiben in der Front ist eine weitere, 20 mm breite Gazeöffnung eingelassen, so dass die Luft im Terrarium zirkulieren kann. Die Rück- und Seitenwände sind mit Steinen oder Holz verkleidet, um erstens mehr nutzbare Fläche für die Tiere und zweitens Sichtbarrieren zu den benachbarten Terrarien zu schaffen.

Beleuchtet wird das Becken mit zwei 36 W-Leuchtstoffröhren, die auch die benachbarten Terrarien beleuchten. Diese Becken stehen in der oberen Etage einer Terrarienanlage, sodass auch Wärme von den unteren Terrarien nach oben steigt und die Becken erwärmt. Weiterhin haben die Tiere die Möglichkeit, unter einem 60 W-Punktstrahler Wärme aufzunehmen.

Die Beleuchtungsdauer beträgt in unserem Sommer 12–14 Stunden täglich. Ein Punktstrahler wird temperaturabhängig und demzufolge unregelmäßig zugeschaltet. Auf UV-Bestrahlung kann verzichtet werden, da die Tiere nachtaktiv sind. Wichtig ist die Schaffung verschiedener Temperaturbereiche, die in einem Terrarium mit den oben genannten Mindestmaßen nur schlecht oder gar nicht erreichbar wären. Die Grundtemperatur sollte zwischen 26–28 °C liegen, in den unteren Terrarienbereichen etwas kühler, in den oberen etwas wärmer. So haben die Tiere die Möglichkeit, sich aktiv die gerade benötigte Temperatur auszusuchen.

In unserem Winter wird die Grundbeleuchtung um zwei Stunden reduziert. Über 6–8 Wochen bleibt der Strahler völlig aus, um eine Ruhephase zu erreichen, in der die Tiere auch weniger aktiv sind. Entsprechend den wohnlichen Gegebenheiten beträgt dadurch die Temperatur zwischen 24–28 °C am Tage und nachts 20–24 °C.

Der 20–30 mm hohe Bodengrund besteht aus Spielkastensand mit einer Körnung von 1–3 mm. Große Korkeichenrindenstücke stehen senkrecht an den Wänden. Diese werden so angeordnet, dass Ritzen und Spalten entstehen, in denen sich die Tiere verstecken können. Kleine Rindenstücke liegen am Boden und bieten zusätzliche Versteckplätze. Weitere kleine Äste sind wahllos im Becken verbaut, auf denen die Tiere nachts klettern können.

Ein kleines Trinkgefäß (z.B. die Verschlusskappe einer Pet-Getränkeflasche) vervollständigt die Einrichtung.

Jungtiere werden einzeln in Plastikdosen aufgezogen. Diese haben eine Größe von 170 × 110 × 80 mm (L×B×H). Der Deckel enthält eine große Gazeöffnung. Ein kleiner Versteckplatz unter einer Blumenschale und ein Stückchen Holz reichen als Einrichtung aus. Das Holz soll bei der Häutung Hilfestellung leisten.

Dieser Lebensraum mag recht klein erscheinen, doch sind junge P. rugosus keine schnellen und geschickten Jäger. Sie benötigten viele Versuche, um schließlich ein Futtertier zu überwältigen. Der Vorteil der spärlich eingerichteten, kleinen Behälter besteht somit darin, dass ständig Futtertiere sichtbar sind und der Jagdreflex ausgelöst wird. Des Weiteren ist so eine schnelle Kontrolle des Gesundheitszustandes des Tieres möglich.


Erwachsene Weibchen von Pachydactylus rugosus beim Klettern im Terrarium.

Nahrung

Gesprüht wird das Terrarium zweimal pro Woche. Dabei wird die Einrichtung kurz überbraust und das Trinkgefäß gefüllt. Ich benutze dafür handelsübliche 5 l-Gartenspritzen, die zur Insektenbekämpfung gedacht sind. Die Einrichtung des Terrariums wird ca. 30 Sekunden mit vollem Druck überbraust. Die effektiv zu erreichende Luftfeuchtigkeit spielt hier eine untergeordnete Rolle. Die Tiere benötigen das Wasser zum Trinken. Ich habe schlechte Erfahrungen bei der Haltung dieser Art gemacht, wenn zu häufig gesprüht wird. Tiere verstarben mit bakteriellen Erkrankungen, aber auch durch Legenot; vermutlich war der Bodengrund zu feucht, um von den Weibchen als für ihre Eier geeignetes Substrat angenommen zu werden.

Die erwachsenen Tiere sind gierige Fresser. Gefüttert werden die in der Terraristik üblichen Futterinsekten. Hauptbestandteile sind Heimchen und Wachsmaden. Gelegentlich gibt es aber auch Asseln, kleine Zophobas und Buffalowürmer. In den Sommermonaten wird der Speiseplan durch Wiesenplankton ergänzt. Dann erhalten die Tiere Falter, Käfer, Grashüpfer und allerlei Raupen. Alle Futtertiere werden bei jeder Fütterung mit einem Multivitamin-Kalzium-Präparat bestäubt. Ich verwende verschiedene Produkte, die ich auch miteinander vermische. Besonders wichtig erscheint mir die Zufuhr von Kalzium zu sein, das die Weibchen während der Eiablagezeit benötigen. Dazu biete ich den Tieren zusätzlich Taubengrid in entsprechender Größe an, welcher im Terrarium verteilt wird, sodass es die Tiere bei Bedarf direkt aufnehmen können. In unregelmäßigen Abständen gebe ich auch dem Trinkwasser Vitaminpräparate bei.

Die Becken der Jungtiere werden ebenfalls nur kurz besprüht, sodass die Tiere trinken können. Eine Stunde nach dem Sprühen muss der Bodengrund wieder abgetrocknet sein.

Die Jungtiere werden alle 3–4 Tage gefüttert. Sie erhalten 3–5 Futtertiere in entsprechender Größe, die ebenfalls stets mit Vitaminpräparaten eingestäubt werden. Werden zu viele Futtertiere in den kleinen Lebensraum gebracht, bricht der Bewohner in Panik aus und rennt durch das Becken, ohne zu fressen. Hier muss sofort gehandelt werden, da dieser Stress zum sicheren Tod des Jungtieres führt. Aus diesem Grund werden die Futtertiere einzeln mit der Pinzette gefangen und ins Terrarium gesetzt.


Paarung im Terrarium.

Vermehrung

Unter den angegebenen Bedingungen schreiten die Tiere zur Vermehrung. Nachdem die Beleuchtungsdauer nach dem Winter wieder ihre volle Länge erreicht hat, muss die Nahrungszufuhr erhöht werden. Die Tiere erhalten dann pro Fütterung 10–15 Futtertiere. Ich füttere eher kleinere als zu große Futtertiere, um die Tiere zu zwingen, sich im Terrarium zu bewegen.

Ein Paarungsvorspiel konnte ich noch nicht beobachten, doch des Öfteren sah ich bei einer Begegnung zwischen Männchen und Weibchen, dass das Männchen anfing, das Weibchen zu belecken. So nahm es sicher Duftstoffe auf, die ihm die Paarungsbereitschaft des Weibchens signalisieren könnten.

Die Paarung findet geckotypisch statt. Das Männchen beißt sich im Nacken des Weibchens fest, schiebt seine Kloake unter die des Weibchens und dringt mit einem seiner beiden Hemipenis ein. Die beiden Paarungen, die ich bisher beobachten konnte, dauerten nicht länger als 15 Minuten.

In einem Fall entschloss ich mich, ein nicht harmonierendes Pärchen zu trennen und setzte das entsprechende Weibchen zu einem Pärchen, welches bereits Eier gelegt hatte. Fünf Minuten später schaute ich wieder in dieses Terrarium und beobachtet die Paarung mit dem neuen Weibchen. Das Paarungsvorspiel dauerte also nicht länger als 5 Minuten. Die Paarung selbst war dann nach 10 weiteren Minuten beendet.

Nach einer erfolgreichen Paarung produzieren die Weibchen Eier. Eine Trächtigkeit ist bei dieser Art nur sehr schwer feststellbar, da die Tiere aufgrund der erhöhten Nahrungsaufnahme sehr kräftig wirken. Sie fressen auch noch kurz bevor sie mit der Eiablage beginnen.

Zu Beginn der ersten Eiablage des Jahres machen die Weibchen einige Probegrabungen. Haben sie einen Platz gefunden, wird ein Loch bis auf den Terrarienboden gegraben. Die Eier werden bei der Ablage mit den Hinterfüßen aufgefangen und gedreht, bis die Schale ausgehärtet ist. Dann werden sie abgelegt und das Loch wieder verschlossen. Dazu wird eine beträchtliche Menge des im Terrarium vorhandenen Bodengrundes über die Eiern gebracht. Nur ein oder zwei Gelege eines Weibchens pro Saison werden nicht am gleichen Platz vergraben. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Platz Deckung bietet oder völlig offen liegt. Einzig die korrekte Temperatur und Substratkonsistenz (s.o.) an diesem Platz veranlasst das Tier, dort seine Eier abzulegen. Versuche mit Eiablageboxen schlugen fehl, jedoch wählte ein Weibchen einen Platz vor dieser Box aus und nutzte den Sand aus der Box dazu, die Ablagestelle zu schließen.

Die Eier sind weiß, oval und hartschalig. Mit einem Pinsel lege ich die Eiablagestelle frei und entnehme die Eier dann mit den Fingern. Man kann dafür auch einen Löffel oder ähnliches benutzten. Die Gelege werden einzeln und offen auf Spielkastensand in kleine Plastikboxen gelegt. Ich drücke die Eier etwas in den Bodengrund, um zu vermeiden, dass der zuerst geschlüpfte Gecko das Geschwisterei beim Umherlaufen dreht.

Die Büchsen werden nummeriert, um eine exakte Datenaufzeichnung zu gewährleisten und in einen Inkubator überführt. Die 86 bisher vermessenen Eier sind 10,4–14,38 (Ø 12,99) × 9,12–11,58 (Ø 10,65) mm groß.

Die Temperatur im Inkubator ist auf 27–29 °C eingestellt. Nachts wird die Beheizung ausgeschaltet, sodass die Temperatur dann auf 20–25 °C fällt.

Auch bei P. rugosus ist eine gezielte Zeitigung der Eier auf ein bestimmtes Geschlecht möglich. Um Weibchen zu erhalten, stelle ich die Gelege in den ersten 2 Wochen an kühle Stellen im Terrarienzimmer. Die Eier liegen hier bei Temperaturen von 20–25 °C; erst danach kommen sie in den Inkubator. Männchen erhält man bei höheren Temperaturen um 29–31 °C. Die oben beschriebene Standardprozedur erzielt beide Geschlechter.

Befruchtete Eier sind leicht erkennbar. Bereits drei Tage nach der Eiablage sind rötliche Blutgefäße erkennbar. Das ganze Ei wird innerhalb der ersten Woche rötlich. Danach verliert sich diese Färbung. Das Ei ist nun dunkel weiß. Während der Entwicklung sieht das Ei prall und „kräftig“ aus. Wenige Stunden vor dem Schlupf ist durch die Schale hindurch deutlich die markante Rückenzeichnung des Jungtieres erkennbar.

Bisher schlüpften bei mir 56 P. rugosus nach 82–124 (Ø 109) Tagen mit einem Gewicht von 0,43–0,56 (Ø 0,52) g. Bei 28 vermessenen Schlüpflingen betrug die KRL 22,23–26,64 mm (Ø 24,54) mm, bei einer Schwanzlänge von 12,5–19,97 (Ø 15,75) mm.

Die Jungtiere werden einzeln in die oben beschriebenen Boxen gesetzt. Diese Boxen stehen in einem Regal übereinander. Jede Reihe wird mit einer 18 W-Leuchtstoffröhre beleuchtet. Die Junggeckos stelle ich absichtlich in höhere Etagen, da dort Temperaturen von 28–31 °C herrschen. Mit diesen höheren Werten habe ich die besten Erfahrungen gemacht, da die Tiere aktiver sind, die Verdauung besser funktioniert und ich alles in allem mehr Jungtiere aufziehen konnte als bei niedrigeren Temperaturen oder gar in Gruppenhaltung.

Als besonders vorteilhaft hat sich auch erwiesen, den Tieren in unregelmäßigen Abständen Wachsmaden anzubieten. Trotz der Vielzahl von negativen Berichten über Wachsmaden als regelmäßiges Futter, führt dieses „Kraftfutter“ bei meinen Tieren zu einem schnellen, aber dennoch gesunden Wachstum. Es kommt vor, dass Jungtiere die angebotenen Heimchen nicht fressen, da diese zu schnell sind, und/oder das Jungtier schwächer ist. Wachsmaden sind langsam und riechen anscheinend gut. Eine Wachsmade wird ein hungriges Jungtier nicht verschmähen. Hat man keine Maden zur Verfügung, sollte man den Heimchen die Sprungbeine brechen, damit der Gecko mehr Chancen hat, das Heimchen zu fangen. Es ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass die Jungtiere genügend Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen.

 


Pachydactylus rugosus beim Schlupf; erstaunlich ist, dass der Schwanz zuerst aus dem Ei kommt.

Die Jungtiere verbleiben bis zu einem Alter von 6 Monaten in diesen Dosen. Dann sollte bei guter Fütterung das Geschlecht erkennbar sein. Sie ziehen dann in größere Terrarien um und werden nach Geschlechtern getrennt in Gruppen von 3–5 Tieren (entsprechend der Behältergröße) gehalten.

Fast alle Vertreter der Gattung Pachydactylus sind schnellwüchsig und können bereits nach 8–10 Monaten zur Fortpflanzung schreiten. Freunde berichteten mir von solchen Fällen, und durch Geschlechtsfehlbestimmung ist es auch bei mir schon passiert. Dies scheint in der Regel kein Problem zu sein. Ich hörte hier von negativen und positiven Erfahrungen. Trotz allem setze ich meine Jungtiere erst nach 1 ½ Jahren zur Fortpflanzung ein. Viele meiner Rückschläge mit P. rugosus beruhen auf diesem Problem. Auch ich habe diese Art schon im Alter von 12 Monaten zu vermehren versucht. Die Weibchen produzieren 1–2 Gelege und starben dann an Legenot oder mit rachitischen Krankheitsbildern. Dies kann ein Mangel an Kalzium oder anderen Mineralstoffen sein oder aber auch damit zu tun haben, dass die Weibchen in ihrem Wachstum noch nicht fertig waren oder eine „Schwangerschaft“ einfach zu früh stattfand.


Frisch geschlüpftes Jungtier.

Frisch geschlüpftes Jungtier mit vielen weißen Zeichnungselementen.

Junges Nachzucht-Weibchen im Alter von 7 Monaten.

Sind die Tiere alt genug, können sie 6–10 Gelege pro Jahr produzieren. Dabei ist darauf zu achten, dass sie ihre Vermehrung erst einstellen, wenn durch Temperaturveränderungen der Winter vorbereitet wird. Geschieht dies nicht, hören die Weibchen nicht auf, Eier zu legen, auch wenn das Männchen entfernt wird.

Aufgrund der Größe meiner Becken halte ich die Geschlechtspartner ganzjährig zusammen.

 

Originalbeschreibung / Original description  

SMITH (1949): Illustrations of the Zoology of South Africa, Reptiles (London, 4), 1-28, Pl. 75, App. 2 — Terra typica: the interior of Southern Africa

P. superne auranteo-albus, capite postice macula nigro-brunnea falcata marginato, dorso inter scapulas macula ovata et corporè postice tribus fasciis latis nigro-brunneis variegatis; lateribus nigro-brunneis; partibus inferioribus viridi-flavis; squamis partim tuberculosis conicis, partim parvis granulosis.

longitudo è nasi apice ad basin caudae 2 1/2 unc.; caudae ?

Colour.—The upper surface of the head rusty orange-coloured white, faintly clouded with brownish red, apex of the nose clear orange-coloured white; sides of head pale brownish red, tinted with orange-coloured white. Head posteriorly bounded by a deep brownish red, crescent-shaped band speckled with white; this mark extends from one eye to the other, and its hinder edge at the middle of the back is bifurcate. On the vertebral line between the fore legs, a deep oval brownish red spot, broadly edged with orange coloured white, which before and behind is broken into three pro jecting points, anteriorly the outermost on each side prolonged forwards in the form of a broad band till it reaches the angle of the mouth. Back and sides deep brownish red, the former variegated with three irregular transverse orange-coloured white bars, the last immediately behind the base of the tail. Extremities externally rusty orange-coloured white. Under surface of head, breast, and belly greenish white, speckled with minute greenish brown spots. Lips straw-yellow, barred perpendicularly with light brownish red. The reproduced tail pale yellowish brown, variegated with numerous short black lines placed longitudinally.

form, &c.—Head long and subovate, temples rather prominent, sides of head nearly perpendicular and converge towards the nose, the latter is narrow and rounded; nostrils small, circular, and situated close to the rostral plate, anteriorly formed by the nasal and posteriorly by a narrow post-nasal plate. Eyes large; pupil vertical; upper eyelid narrow and externally covered with small conical scales; no vestige of the lower lid. External earopening small, subovate, in a line with the angle of the mouth, and about two lines behind it. Plates of upper lip ten, the last very small, and situated immediately under the eye, considerably in front of the angle of the mouth; plates of lower lip ten, the four last excessively small. Rostral plate five sided; mental plate subtriangular; neck narrower than the hind-head; body subcylindrical; extremities rather long and moderately robust. Toes rather slender, and towards and at the point slightly enlarged, the outermost and innermost of the fore feet equal in length, the second and fourth rather longer, the third longest, the middle one of the hinder foot rather longer than the other four, which are of equal length. The point of each toe is superiorly covered by a large flat scale, like a nail, and inferiorly by four transverse angular cuticular folds, the angle equidistant from each extremity. The remainder of the under surface, behind these folds, is coated with three longitudinal rows of scales, those of the middle row the largest. All the toes clawless. The scales of the head are small and conical, or three sided, and are slightly separated from each other by the intervention of a few minute granular scales. The back and sides are covered with scales of a like description, but the tubercular ones especially on the back are much larger and many of them distinctly three sided, the anterior side generally very sharp or keeled. The small ones, which intervene between the larger ones, vary in size, and have more or less conical or three sided; many of the tubercles on the sides are perfectly conical and ribbed longitudinally. Scales on the under surface of the head and body, and on the inner surface of extremities small, equal in size, and subconical; on the outer surface of the extremities conical, large near the body, smaller towards the toes, and everywhere as on the back and head, slightly separated from each other by the intervention of small granular scales. The natural tail, there is reason to believe, is surrounded with rings of conical tubercles, and four such tubercles occur in a longitu dinal row on each of its sides, immediately behind the base of the hinder extremity. Length from nose to base of tail 2 1/2 inches.

Inhabits the interior of Southern Africa.    The specimen I possess is the only one I have yet seen.

 

Synonym

Pachydactylus rugosus frater HEWITT, 1935

Some new forms of batrachians and reptiles from South Africa. — Rec. Albany Mus., 4(2): 316. — Terra typica: Heichamchab, South West Africa

Type: A single adult male from Heichamchab, South West Africa, presented to the AlbanyMuseum by Mr. R. D. Bradfield. The general appearance is very like that of rugosus as figured by Smith (Zoology South Africa, Rept, PI. 75, f.2), but the white bands across the back are relatively a little broader: this is markedly so in the case of the white band immediately preceding the tail, which in all specimens of frater is almost as long as the brown interspace in front of it, but is represented as quite a thin stripe in the figure of rugosus: at the sides these white bands tend to extend forwards and backwards, forming a discontinuous lateral stripe on each side and sub-insuliform dark areas dorsally: flanks infuscated, the white transverse bands ending abruptly therein. In rugosus, as described both by Smith and Boulenger, the mental is subtriangular: in frater it is longer than broad, not subtriangular, a little narrower behind but in no case much so and sometimes not at all so, always well squared or rounded behind. Boulenger describes rugosus as having scales on lower surfaces (including abdominal scales) granular, sub-conical, and Smith refers to the scales on under surface of head and body as small, equal in size and subconical: in frater the throat scales are rightly termed granular and subconical, but the breast and belly scales are in no case subconical, though granular in southern specimens, and always smaller than those on the throat. The smallest scales occur immediately behind the mental and over a small area under the neck. In the type of frater the breast scales are flattish and abdominal scales are all imbricate or subimbricate, markedly different in size and form from the throat scales.

In rugosus the nasorostrals are separated by a granule (Boulenger): in type of frater by 4 small granules, in other specimens by 2, 2 and 3 small granules. Smith reports the larger head scales as some conical, others 3-sided and the larger scales of the back as many of them distinctly 3-sided, the anterior side generally very sharp or keeled: Boulenger merely refers to back tubercles as large conical and spinose. In frater 3-sided dorsal tubercles do not occur, but the tubercles are more or less regularly conical, finely and numerously ribbed longitudinally and with one sharp strong keel in front: dorsally these are more or less in longitudinal rows. Boulenger describes the rostral scale of rugosus as a little broader than high: in the type of frater it is about 1 2/3 times as broad as high, in other specimens scarcely 1 1/2 times. Subdigital lamellae 4, and a small divided one apically. According to Smith's description and figure there is a mesial subdigital row of distinctly enlarged scales: this is not a striking feature on the toes of frater, but a row of slightly enlarged scales occurs.

At the base of the tail on each side three very large conical scales and below them numerous close set conical scales. The greater portion of the tail is reproduced, but in the type there still remains three basal segments of the original tail, and in other specimens 1 segment or 2. The segments are narrow but each one is conspicuous owing to the presence of an incomplete ring of conical scales, the lateral ones a little recurved: these scales dorsally and laterally are sharply pointed and large, to the number of about 6 in the type, 8 in other specimens. The reproduced tail is elongate. Total length from snout to vent 56 mm.

In Kakamas and Rietfontein specimens the dorsal tubercles are rather more scattered than in the type and the breast and belly scales more flattened. In females there are no flattened ventral scales in front of the vent.

It may be noted that the type locality of rugosus is unknown, but presumably it came from some western area south of the Orange River. Dr. F. Werner gives a brief account of rugosus in his work on the Schultze collections (Jenaische Denkschriften XVI, Schultze, Forschungsreise in Sudafrika IV, p. 312, 1910), and figures a specimen: according to that figure, presumably based on a specimen from Kamaggas, he had a form differing considerably from frater both in pattern and in scaling—the dorsal scales being represented as in transverse lines: as to the ventral scaling no information is given. Possibly there are various distinguishable local races of this species. Specimens from the Orange River neighbourhood may merit recognition as another sub-species: for the colour pattern of this form see PI. XXIX, fig. 5, based on a female specimen from Onscep on the Orange River near Pella (Dr. Maughan Brown). For the present however, on the limited material before me, I include under frater the Orange River race as found at Kakamas and Onscep.