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Neue/New Pachydactylus-Art/Species P. boehmei online (4:43 PM, 11/25/2010)


Pachydactylus serval WERNER 1910

 

Originalartikel erschienen in der SAURIA, Berlin.


Verbreitung
Pachydactylus serval ist ein namibischer Endemit. Visser (1984) bemerkt, dass sich diese Form südlich bis zu den Orten Bethanien und Aus verbreitet. Griffin (2003) meldet sie für Zentral-Namibia von Mariental bis Keetmanshoop. Das Kerngebiet der Verbreitung von P. serval hat aber einen größeren Umfang: im Norden bis Mariental, im Süden bis zum Orange River. Die meisten Meldungen stammen aus einer Höhe um 1500 m ü.d.M. von den Tsarisbergen und dem Schwarzrand südlich zum Huib-Hochplateau und in Gebieten des Fish River Canyon. Die östliche Grenze bildet die Gegend um Daweb-Süd (Farm Florida) in den Karasbergen, westlich bis Keetmanshoop, wohingegen im Südwesten einzelne Aufzeichnungen von nördlich von Rosh Pinah existieren. Im Süden des Verbreitungsgebietes, am Orange River, leben die Geckos sympatrisch mit P. purcelli, P. montanus und einer unbeschriebenen Art (Bauer, Lamb & Branch 2006).

 
Pachydactylus serval

Biotop von Pachydactylus serval im Köcherbaumwald bei Keetmanshoop. © M. Barts.

 

Lebensraum und -weise


Pachydactylus serval ist ein typischer nachtaktiver, sehr flinker und wendiger Felsspaltenbewohner, der unter sich ablösenden Felsschalen und in schmalen Ritzen lebt. Aber auch an Felsen, die an Straßenböschungen liegen, an Ufern von Trockenflüssen und auch auf steinigen Ebenen kann die Art angetroffen werden, wenn dort geeignete Spalten zur Verfügung stehen. Erwachsene Männchen leben in Revieren, die sie gegen artgleiche Männchen verteidigen.

Auch P. serval ist befähigt, Laute abzugeben. Es handelt sich um eine kurze, quiekende Lautfolge, die ca. 1–2 Sekunden anhält. Unprovozierte Lautäußerungen von Jungtieren konnte ich bisher nicht wahrnehmen, jedoch quiekte ein 4 Monate altes Jungtier beim Herausfangen aus dem Terrarium.


Pachydactylus serval
Adultes Männchen mit Regeneratschwanz im natürlichen Lebensraum.
© M. Barts.

Pachydactylus serval
Pachydactylus serval von den Bukkaros Mountain, Namibia. © J. Marais.


Pachydactylus serval, Farm Spitskoppe, 40 km östlich Keetmanshoop, Namibia © A. Meyer

Haltung im Terrarium


P. serval stellt aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit keine besonderen Ansprüche an den künstlichen Lebensraum eines Terrariums. Nach meinen Erfahrungen eigenen sich Behälter von 40 ´ 40 ´ 40 cm oder auch 20 ´ 20 ´ 30 cm (L´B´H) für jeweils ein Pärchen. Werden Gruppen mit mehreren Weibchen gehalten, sollten die Kantenlängen des Terrariums um 5 cm pro zusätzlichen Bewohner vergrößert werden. Das Mindestmaß für ein Pärchen nach den "Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien" (BMLF 1997) für Pachydactylus serval lautet 30 ´ 30 ´ 40 cm (L´B´H).

Ich wählte eine starke Strukturierung der Terrarien und biete viele Versteckplätze und Klettermöglichkeiten an. Die Einrichtung sollte ein Felshabitat imitieren. Rück- und Seitenwände wurden folglich mit Fliessenkleber begossen, auf dem Kalksteine befestigt wurden, um den für die Tiere nutzbaren Raum zu vergrößern.

Bei der Anlage von Versteckmöglichkeiten orientiert man sich an den Mikroklimaten im natürlichen Lebensraum. In diesem Fall gehören dazu kühle und feuchte sowie trockene und warme Rückzugsmöglichkeiten. Alle Versteckplätze sollten auf jeden Fall dunkel und so eng sein, dass die Tiere Bauch- und Rückenkontakt mit den Felsplatten besitzen. Geeignet sind somit Hohlräume in Steinaufbauten (die gegen ein Verrutschen gesichert, also z.B. miteinander verklebt werden müssen) oder einfach unter Steinen, in Korkröhren, die wahllos auf dem Boden verstreut liegen oder senkrecht an die Rückwand angelehnt sind, in den Kammern dicker Bambusröhren oder unter Pflanzschalen, in die ein Eingangsloch gebohrt wird. Je mehr Tiere in einem Behälter gehalten werden, desto mehr Versteckplätze müssen vorhanden sein.

 

Pachydactylus serval
Weibchen mit angebrochenem Schwanz im natürlichen Lebensraum. © M. Barts.

Ich bevorzuge mehrere senkrecht stehende Kalksteinplatten, die aneinander geschichtet werden. In den entstehenden Ritzen finden die Geckos geeignete Verstecke.

Eine lebende Pflanze im Terrarium wirkt nicht nur dekorativ, sondern sorgt auch für ein günstiges Mikroklima. Hier eignen sich handelsübliche Pflanzen aus dem Gartenbedarf, wie z.B. Sansevierien.

Wie für die meisten Arten aus Savannen und Trockengebieten lässt sich hier nicht zu feiner oder scharfkörniger Sand verwenden, der etwa 1–2 cm hoch ins Terrarium eingefüllt wird.

Mindestens zweimal pro Woche sollte die Inneneinrichtung übersprüht werden. Die Geckos können dann Wassertropfen auflecken, und die Versteckplätze erhalten eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Die nachaktiven Tiere stellen keine hohen Ansprüche an die Terrarientechnik. Sie muss einfach dazu dienen, einen Tag/Nacht-Zyklus zu simulieren und die notwendigen Temperaturen erzeugen. Zur Beleuchtung eignen sich handelsübliche Leuchtstoffröhren, die einfach auf das Terrarium gelegt werden können. Aufgrund ihrer Länge können diese Röhren dann mehrere nebeneinander stehende Terrarien beleuchten. Selbst außerhalb des Terrariums angebrachte Glühlampen (25–60 W) reichen für eine Tag/Nacht-Simulation aus, geben aber schon mehr Wärme ab, wodurch bei ihrem Einsatz genau auf die Temperaturen im Terrarium geachtet werden muss. Auf eine UV-Bestrahlung kann verzichtet werden.

Die Grundbeleuchtung sollte zwölf Stunden pro Tag in Betrieb sein; der eventuell angebrachte Wärmestrahler wird über die Mittagszeit 4–6 Stunden täglich zugeschaltet.

Die Tagestemperaturen im Terrarium müssen Werte zwischen 25 und 32°C erreichen. Im Strahlungskegel eines Punktstrahlers können Temperaturen von 40°C angeboten werden. Trotz ihrer Nachtaktivität werden die Geckos auch tagsüber an geeigneten Stellen zu sehen sein. Ich richte einen geeigneten Versteckplatz im Strahlungskegel des Strahlers ein. Dadurch wird innerhalb dieses Versteckplatzes eine höhere Temperatur erreicht und für die Tiere die Möglichkeit geschaffen, einen warmen, aber auch geschützten Ort aufzusuchen. Wichtig ist, dass im Terrarium keine konstanten Temperaturen herrschen. Verschiedene Temperaturbereiche ermöglichen es jedem Individuum, einen Platz auszusuchen, an dem es sich im Moment am wohlsten fühlt.

Im natürlichen Lebensraum fressen die Geckos Wirbellose entsprechender Größe. Ihre Hauptnahrung dabei besteht aus Heuschrecken, Grashüpfern, Grillen, Raupen, Käfern, Spinnen, Termiten, Asseln, Faltern und Fliegen.

Um die Qualität des Futters aufzuwerten, empfiehlt es sich, alle Insekten etwa 2–4 Stunden vor dem Verfüttern reichlich und gut zu füttern. Dazu bieten sich alle Obst- und Gemüsesorten an. Erfahrungsgemäß eignen sich Paprika, Zucchini, Gurke, Mohrrüben, Äpfel und Orangen am besten. Sinnvoll erscheint mir, auch den Futtertieren Kalzium- und Vitamintabletten anzubieten, da die Geckos diese Stoffe so auch über die Futterinsekten aufnehmen.

Im Terrarium sollte die Hauptnahrung aus Heimchen, Steppen- und Mittelmeergrillen entsprechender Größen bestehen. Ich biete adulten Tieren alle 3–4, Jungtieren alle 2–3 Tage 10–15 Futtertiere entsprechender Größe an. Wachsmotten, Getreideschimmel- und Buffalokäfer sowie deren Larven erweitern den Speiseplan und sorgen für etwas Abwechslung. Im europäischen Sommer können heimische Kellerasseln, Ohrwürmer, Grashüpfer und Nachtfalter verfüttert werden. Auch Wiesenplankton von nicht gespritzten Waldwiesen ist eine gern angenommene Abwechslung für die Geckos.

Alle Futtertiere werden mit einem Vitamin/Mineralstoff/Aminosäuren-Gemisch (z.B. Korvimin ZVT) eingestäubt. P. serval nimmt aber auch selbständig zerstoßene Kalziumtabletten, Taubengrit oder Sepiaschulp auf. Besonders wichtig ist dies für trächtige Weibchen, die Kalzium zur Bildung der Eischalen benötigen. Auch Jungtiere sollten immer eine Kalziumquelle zur Verfügung haben, da dieser Mineralstoff zum Knochenaufbau unverzichtbar wird.

Auch bei P. serval konnte ich das Phänomen des Knickschwanzes beobachten, welches mir bisher nur von Vertretern der Gattung Phelsuma bekannt war. Diese rachitische Erkrankung stellt eine nur in der Terraristik vorkommende Anomalie dar. Durch die Masse des Schwanzes, in dem Fett gespeichert wird, werden beim Überkopfsitzen Schwanzwurzelsehnen, Muskulatur und die Schwanzwirbelsäule überdehnt. In der Natur entsteht dieses Phänomen nicht, da hier kaum ein Überangebot an Nahrung besteht und Prädationsdruck, rivalisierende Artgenossen und andere zu Bewegung zwingende Faktoren vorliegen (Greckhammer 1995).

Eine Winterruhe ist für P. serval nicht notwendig. In unseren Wintermonaten sollte aber trotzdem eine Ruhephase von 4–6 Wochen eingerichtet werden. Zur deren Einleitung wird die Beleuchtungsdauer über einen Zeitraum von vier Wochen stetig verringert, bis sie auf sechs Stunden täglichen "Sonnenscheins" reduziert ist. Die Temperaturen sollten dann bei 18–24°C liegen. Die Adulti bekommen in dieser Zeit weniger Nahrung; eine Fütterung mit wenigen Insekten pro Woche reicht aus. Jungtiere sollten in ihrem ersten Winter auch während der Ruhephase ausreichend Nahrung erhalten. Nach dieser Zeit wird der Beleuchtungszyklus wieder nach und nach auf die normalen Zeiten umgestellt.

 

Vermehrung
Pachydactylus serval ist bei artgerechter Haltung, den richtigen Temperaturen und ausreichend Nahrung ein dankbarer Pflegling. Ich bevorzuge eine paarweise Haltung. Nach der beschriebenen Ruhephase benötigen die erwachsenen Geckos größere Mengen Futter. Das Männchen zeigt in dieser Zeit besonderes Interesse am Weibchen. Es versucht, das Weibchen durch leichte Bisse in die Halsregion und die Körperseiten zu stimulieren. Weibchen, die noch nicht in Paarungsstimmung sind, reagieren auf diese Werbung mit einer zielstrebigen Flucht in das nächste Versteck und sind weniger aktiv und dadurch seltener außerhalb ihrer Verstecke anzutreffen. Dies ist auch ein wichtiger Grund, warum im künstlichen Lebensraum viele Versteckplätze eingerichtet werden müssen.
 
Ein paarungsbereites Weibchen erwidert die Werbungsaktivitäten mit einem ruhigen Verhalten und dem Anheben des Schwanzes, der sich dabei schlängelnd bewegt. Auf diese Aufforderung reagiert das Männchen mit einer sofortigen Paarung, die etwa eine halbe Stunde andauern kann. Auch P. serval ist zur Vorratsbefruchtung befähigt. Eine Paarung reicht meistens aus, damit ein Weibchen 2–6 befruchtete Gelege absetzen kann.

Trächtige Weibchen reagieren auf weitere Bemühungen des Männchens mit Flucht in das nächste Versteck. Entgegen den Erfahrungen bei Pachydactylus tigrinus und P. tsodiloensis (Barts 2005, Barts, Boone & Hulbert 2001) sind die Männchen von P. serval nicht so aufdringlich und lassen befruchtete Weibchen in Ruhe, weshalb eine paarweise Haltung über mehr als fünf Jahre möglich war.

Trächtige Weibchen sind leicht erkennbar: die heranreifenden Eier sind durch die Bauchdecke und sogar durch die Rückenhaut zu sehen.

Etwa 18–24 Tage nach der Paarung erfolgt die Eiablage. Deren Bevorstehen zeigt sich, wenn das Weibchen beginnt, nach einem Eiablageplatz zu suchen. Dazu gräbt es mehrere kleinere, ca. 1–2 cm tiefe Löcher in den Bodengrund. Temperaturen von 26–28°C und trockenes Substrat zeichnen offenbar einen geeigneten Eiablagelatz aus.

Über Eifunde in der Natur, im August bei Bitterfontein, berichte Visser (1984). Weiterhin berichtete er über eine große Anzahl Eier im Mai bei Kharkams. Bauer, Lamb & Branch (l.c.) erwähnen Eifunde in Felsspalten und unter Steinen. Auch ich konnte dies im Biotop beobachten. Im Terrarium werden die Eier immer im losen Sand vergraben.

Die ovalen, hartschaligen, weißlichen Eier messen 8,2–11,04 x 6,1–8,14 (Ø 9,24 x 7,27) mm (n=40) und wiegen 0,27–0,9 (Ø 0,37) g (n=8). Die Eiablagestelle wird dann wieder sorgfältig verschlossen und ein kleiner Hügel darüber angehäuft.


Pachydactylus serval
Gelege im Größenvergleich. © M. Barts.

 

Die Gelege wurden dem Terrarium entnommen und in einen Inkubator überführt. Bei Temperaturen von 27–30°C schlüpfen die 18,3–19,5 + 16,1–18,5 (Ø 19,06 + 17,38) mm (KRL + SL) (n=9) großen Jungtiere nach 45–96 (Ø 60) Tagen (n=18).

 

Pachydactylus serval

Pachydactylus serval
Frisch geschlüpfte Jungtiere von Pachydactylus serval. © M. Barts.

 

Visser (1984) berichtete von Jungtieren und Eiern in den Tirasbergen Mitte Januar. Diese Eier hatten eine Größe von 9,4–9,6 x 7,0–7,3 mm; die Jungtiere maßen 19,2–22,6 mm KRL und 15,0–19,4 mm SL. 

Weibliche P. serval können bei abwechslungsreicher, gesunder und reichlicher Ernährung sowie den hohen Temperaturen Gelege im Abstand von 2–4 Wochen produzieren. Ende Herbst sollten die Temperaturen gesenkt werden, damit die Legephase beendet werden kann. Vorratsbefruchtete Weibchen können dann im darauf folgenden Jahr, wenn die Temperaturen wieder optimale Werte erreicht haben, weitere Gelege absetzen. Deshalb ist es ratsam, die Männchen erst später wieder zu den Weibchen zu setzen.

Aufzucht der Jungtiere 
Die Aufzucht der Jungtiere erfolgte in kleineren Terrarien (z.B. 15 x 15 x 20 cm, LxBxH). Die Einrichtung, Beleuchtung und Temperaturen entsprechen den Terrarienbedingungen der erwachsenen Tiere. Auch die Aufzucht mehrerer Pachydactylus-Arten in einem Gemeinschaftsterrarium ist möglich. Da meine Aufzuchtbecken in der Terrarienanlage stehen und Wärme von oben und unten zugeführt bekommen, verzichte ich bei den Jungtieren auf einen zusätzlichen Punktstrahler.

Die Jungtiere erhalten alle 2–3 Tage Futter in entsprechender Größe. Auch dieses wird mit einem Vitamin/Mineralstoff-Gemisch eingestäubt. Taubengrit oder Kalktabletten werden zerstoßen und auf dem Terrarienboden verteilt. So konnten die Jungtiere ihren Kalkbedarf selbständig decken.

Für die ersten 2–3 Monate sind Drosophila besonders als Futter geeignet. Sie sind leicht zu vermehren und in großer Anzahl verfügbar. Wiesenplankton und Mikro-Heimchen sind eine willkommene Abwechslung. Die weitere Aufzucht gestaltet sich problemlos.

Pachydactylus serval
Halbwüchsiges, ca. 5 Monate altes Jungtier im Terrarium. © M. Barts.

Es ist ratsam, junge Weibchen nicht zu früh mit einem Männchen zu vergesellschaften, da eine zu frühe Trächtigkeit zu Legenot oder anderen Problemen führen kann. Ich verpaare Nachzuchtweibchen erst im Alter von 1,5–2 Jahren. Bei dieser Art kann mit einer Lebenserwartung von 8–9 Jahren gerechnet werden.

 

Systematik 
Pachydactylus serval ist nach der Revision des weberi/serval-Komplexes eine eigenständige Art ohne Unterarten. Die bis vor kurzem anerkannte Unterart purcelli Boulenger, 1910, erhielt Artstatus, während P. serval onscepeensis Hewitt, 1935, nun als Synonym von P. montanus angesehen wird (Bauer, Lamb & Branch 2006).


Beschreibung 
Pachydactylus serval erreicht eine maximale Kopf-Rumpflänge (KRL) von 49,3 mm (ZFMK 32925). Visser (1984) berichtete von einem Maximum von 53,5 mm KRL, doch scheint es sich dabei um einen Irrtum zu handeln, da bisher keine weiteren Tiere dieser Größe bekannt geworden sind. Wie sich im Rahmen der Bearbeitung dieses Komplexes (Bauer et al. 2006) zeigte, bestand in der Vergangenheit ein erhebliches Maß an Verwirrungen und Verwechslungen. Mein erwachsenes Männchen besitzt eine KRL von 44,37 und eine SL von 10,19 mm; das Weibchen misst 42,47 + 39,78 mm.

Servals Dickfingergecko kann von allen anderen Mitgliedern des artenreichen Komplexes durch folgende Merkmale unterschieden werden: Rostrale berührt Nasenlöcher; Supranasalia miteinander in Kontakt; Schuppen auf dem Kopf glatt und körnig, auf der Schnauze größer als im Interorbitalbereich; Parietalschuppen winzig, körnig, ohne eingestreute Tuberkel; Rückenbeschuppung homogen, mit nur einigen kleinen, verstreuten, flachen Tuberkeln; Schenkel ohne Tuberkelschuppen; Zehen relativ kurz; 5 ungeteilte Lamellen unter der 4. Zehe. Der Schwanz bildet Wirtel aus kleinen, zugespitzten, abgerundeten, ungekielten, weißen bis gelblichen Tuberkelschuppen aus. Die Schwanzlänge (SL) entspricht 107% der KRL.

Die Grundfarbe erwachsener Tiere ist gelblich bis purpurfarben. Sie besitzen dunkelbraune, relativ große Flecken auf dem Körper, die in mehr oder weniger regelmäßigen Reihen angeordnet sind. Es ist kein Nackenband vorhanden, jedoch besitzen Jungtiere noch eine Andeutung eines solchen. Frisch geschlüpfte Tiere haben ein weißliches, manchmal braun eingefasstes Nackenband, das sich aber nach und nach auflöst.

 

Literatur

Bauer, A.M., T. Lamb & W.R. Branch (2006): A Revision of the Pachydactylus serval and P. serval Groups (Reptilia: Gekkota: Gekkonidae) of Southern Africa, with the Description of Eight New Species - Proc. California Acad. Sci., San Francisco, Ser. 4, 57 (23): 595–709.

Bundesministerium Verbraucherschutz(1997): Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien – Rheinbach (DGHT), 73 S.

Greckhammer, A. (1995): Bemerkungen zur regulären Funktion des Schwanzes bei Geckos der Gattung Phelsuma Gray, 1825 – Jahrbuch für den Terrarianer, 3: 11–17.

Griffin, M. (2003): Annotated checklist and Provincial National Conservation Status of Namibian Reptiles: a review – Namibia Wiss. Ges. Jour., 48: 116–141.

Visser, J. (1984): Akkedisse van Suider-Afrika, 6. Tierboskat-geitjies – Landbou Weekblad, 333: 48–53.

 

Originalbeschreibung / Original description  

WERNER, F. (1910): Zoologische und Anthropolische Ergebnisse einer Forschungsreise im westlichen und zentralen Südafrika, 4. — In Schultze - Denkschr. Med. Natl. Ges., Jena, 1910: 313 — Terra typica: Chamis, Groß-Namaland, August, 1905.

Kopf schmal, eiförmig. Schnauze 1¾ mal so lang wie der Augendurchmesser, Ohröffnung sehr schief elliptisch. Körper niedergedrückt, Zehen kurz, in der Länge wenig voneinander verschieden, unterseits mit 6 Lamellen unter dem verbreiteten Teil. Oberseite mit gleichartigen Körnerschuppen, die auf der Schnauze deutlich, aber nicht mehrmals größer sind als auf dem Hinterkopfe. Rostrale wenig breiter als hoch, Supranasalia 7. Nasorostralia in Kontakt.

Oberseite dunkel-graubraun mit unregelmäßig angeordneten dunklen Flecken. Unterseite grau.

Im Magen Reste von Libellen (Agrioniden), eines Käfers und vielen Termiten.

Länge 38 + 31 mm (Schwanz von der Basis an regeneriert).

Ein zweites Schwanzloses Exemplar stimmt mit dem beschriebenen gut überein.

Diese Art gehört in die Verwandschaft des P.ocellatus, unterscheidet sich aber durch die längere Schnauze, die elliptische Ohröffnung, die aneinanderstoßenden Subranasalia (Nasorostralia), und die Färbung von dieser Art, die kleineren Schuppen auf der Schnauze und die größere Zahl von Subralabialen, sowie durch die Zeichnung von P. punctatus, schließlich durch die längere Schnauze, die größere Zahl von Subdigitallamellen und ebenfals durch die Zeichnung von P. mariquensis.