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Pachydactylus tigrinus VAN DAM 1921

                                           Pachydactylus tigrinus                                                         

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Verbreitung und Lebensraum

Pachydactylus tigrinus lebt im östlichen Botswana, besiedelt fast das gesamte Simbabwe und kommt bis ins zentrale Mosambik vor. Südlich ist er bis ins nördliche Südafrika verbreitet (Limpopo Provinz, früher ein Teil des Transvaal). Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt im Norden Zimbabwes. Den bisher südlichsten Verbreitungspunkt bildet das Blouberg Gebirgsmassiv (Gruschwitz & Schmidt 2001). Nach Broadley (1977) handelt es sich bei dieser Population um einen Hybriden zwischen Pachydactylus capensis und P. tigrinus.

Tigergeckos bewohnen trockene und halbfeuchte Savannenlandschaften. Hier besiedeln sie mit Büschen oder Bäumen bewachsene Felshänge, aber auch Felsansammlungen auf ebenen Flächen werden als Lebensraum genutzt.


Erwachsenes Weibchen der Simbabwe-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Das Tagesversteck bilden tiefe Felsspalten oder durch Erosion entstandene Spalten und Ritzen in Granit oder Sandstein. Auf ebenen Flächen leben sie unter hohl am Boden aufliegenden Felsblöcken und größeren Steinen. Im Krüger Nationalpark findet man sie gemeinsam mit dem Gürtelschweif Cordylus warreni laevigatus und dem Gecko Pachydactylus punctatus (Pienaar, Haacke & Jacobsen 1983). Mit einem weiteren an das Leben in Spalten angepassten Gecko (Afroedura transvaalica) lebt er sympatrisch im Osten Botswanas (Auerbach 1987). Selbst in Gesellschaft des größten Skorpions der Welt (Hadogenes troglodytes) wurde der Tigergecko schon gefunden (Jacobsen 1989).

Verhalten

Wie die meisten Vertreter der Gattung Pachydactylus sind Tigergeckos relativ flinke, sehr wendige und geschickte, nachtaktive Echsen.

Pachydactylus tigrinus
Erwachsenes Weibchen der Mossambik-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Erwachsene Männchen leben in kleinen Revieren, innerhalb derer sie keine anderen artgleichen Männchen dulden und die sie gegen Eindringlinge verteidigen. In nahrungsarmen Zeiten und außerhalb der Paarungszeit werden auch die Weibchen aus dem Revier vertrieben. Nähert sich ein Männchen dem Revier eines anderen, stemmt sich der Revierinhaber auf seinen vier Beinen hoch, macht eine Art Katzenbuckel, teilweise sogar mit geöffnetem Maul, und der Schwanz wird dabei angehoben und vertikal hin und her geschlängelt. Reicht dieses Drohverhalten nicht aus, genügt meistens eine kurze Verfolgungsjagd, um die Dominanz des Revierbesitzers zu untermauern. Wenn das unterlegene Tier in die Enge getrieben wird und keine Fluchtmöglichkeit mehr besteht, kann es zu gefährlichen Beißereien zwischen den Kontrahenten kommen. Bemerkt man dies im Terrarium zu spät, wird das unterlegene Tier solange attackiert, bis es unter dem Stress oder/und aufgrund der Verletzungen verendet.

Die Jungtiere von Pachydactylus tigrinus sind genauso gefärbt wie die Elterntiere, jedoch ist ihre Färbung kontrastreicher und somit auffälliger. Inwieweit die Elterntiere ihren eigenen Nachwuchs visuell erkennen, ist nicht bekannt. Es denkbar, dass sich die Ausprägung der kräftigeren Farben der Jungtiere als eine Art Abwehrmechanismus entwickelt hat, der Jungtiere vor ihren eigenen Artgenossen schützt.

Pachydactylus tigrinus
Erwachsenes Weibchen der Mossambik-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Auch Pachydactylus tigrinus ist befähigt, Laute abzugeben. Diese konnte ich bisher nur bei Reinigungsarbeiten im Terrarium oder beim Fang einzelner Tiere wahrnehmen. Es handelt sich um einen kurzen, schnarrenden Laut, der ca. 2-4 Sekunden anhält und mehrfach hintereinander in Intervallen abgegeben wird. Lautäußerungen von Jungtieren konnte ich bisher nicht wahrnehmen. Auch in der Fachliteratur liegen darüber offenbar keine Beobachtungen vor.

Haltung im Terrarium

Tigergeckos stellen aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit keine spezifischen Ansprüche an ihren künstlichen Lebensraum. Sie können in verschiedensten Terrarien gehalten werden. Nach meinen Erfahrungen eigenen sich Terrarien von 30 x 30 x 40 cm (LxBxH) für eine Gruppe von einem Männchen und 2-4 Weibchen. Kleinere Gruppen halte ich in Terrarien mit den Maßen 20 x 30 x 30 cm. Das Mindestmaß für ein Pärchen nach den „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ (BMLF 1997) für Pachydactylus tigrinus ist 30 x 30 x 40 cm (LxBxH).

Wichtig sind eine starke Strukturierung und das Angebot vieler Versteckplätze sowie Klettermöglichkeiten. Dieser künstliche Lebensraum ahmt ein Felshabitat nach. Die Rück- und Seitenwände sind strukturiert, um den Tieren die Möglichkeit zu bieten, auch diese Flächen zu nutzen.


Terrarium zur Haltung von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Beim Anlegen von Versteckmöglichkeiten orientiert man sich an den Mikroklimaten im natürlichen Lebensraum. Dazu gehören im Besonderen kühle und feuchte Rückzugsmöglichkeiten, die man immer neben trockenen und warmen Stellen anbietet. Verstecke finden sich in Steinaufbauten (die gegen ein Verrutschen gesichert, also z. B. miteinander verklebt werden müssen) oder einfach unter Steinen, in Korkröhren, die wahllos auf dem Boden verstreut liegen oder senkrecht an die Rückwand angelehnt sind, in den Kammern dicker Bambusröhren, in die man kleine Schlupflöcher einbringt u.Ä.

Je mehr Tiere in einem Behälter gehalten werden, desto mehr Versteckplätze müssen angeboten werden. Die Geckos brauchen Rückzugsmöglichkeiten, um sich auch den Blicken der Artgenossen entziehen zu können. Sie benötigen aber auch verschiedene Versteckplätze mit unterschiedlichen Temperaturbereichen.


Versteck- und Eiablageplatz in einem Terrarium für Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Eine lebende Pflanze im Terrarium wirkt nicht nur dekorativ, sondern sorgt auch für ein geeignetes Mikroklima. Hier eignen sich handelsübliche Pflanzen aus dem Blumengeschäft oder Gartenbedarf, wie z.B. Sansevierien. Die Pflanze sollte in einem kleinen Blumentopf stehen, dieser wiederum in einer kleinen Schale, über welche sie gewässert wird. So können auch die Geckos aus dieser Schale ihren Feuchtigkeitsbedarf decken. Auf ein Düngen dieser Terrarienpflanzen muss verzichtet werden, um die Aufnahme von Schadstoffen zu verhindern.

Für die meisten Arten aus Savannen und Trockengebieten eignet sich nicht zu feiner und zu scharfkörniger Sand, der vor dem Einbringen in das Terrarium unter fließendem Wasser gut gewaschen und gesiebt werden muss. Er wird etwa 1 cm hoch in das Terrarium eingebracht. An einigen Stellen legt man eine 2-4 cm hohe Substratschicht an, um den Weibchen mehrere mögliche Eiablagestellen zu bieten.

Für Tigergeckos der Simbabwe-Form ist es aber auch wichtig, dass Baumrinde, Korkstücke oder kleinere Steine am Boden liegen, da unter diesen die Eier vergraben werden.

Zweimal pro Woche sollte die Inneneinrichtung besprüht werden. Die Geckos können dann Wassertropfen ablecken, und die Versteckplätze erhalten eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Diese nachaktiven Geckos stellen keinen hohen Anspruch an die Terrarientechnik. Sie muss einfach dazu dienen, einen Tag/Nacht-Zyklus zu simulieren und die notwendigen Temperaturen zum Wohlbefinden der Tiere erzeugen.

Zur Beleuchtung eignen sich handelsübliche Leuchtstoffröhren, die einfach auf das Terrarium gelegt werden können. Aufgrund der verschiedenen Längen können diese Röhren u.U. mehrere nebeneinander stehende Terrarien beleuchten. Auch außerhalb des Terrariums angebrachte, handelsübliche Glühlampen (25–60 W) reichen für eine Tag/Nacht-Simulation aus, geben aber schon eine gewisse Wärme ab, wodurch bei ihrem Einsatz genau auf die Temperaturen im Terrarium geachtet werden muss.

Ein Punktstrahler sollte über und außerhalb des Terrariums installiert und auf die Rück-, Seitenwände oder auf den Boden gerichtet sein. Hier kann er die nötigen höheren Temperaturen erzeugen, sodass den Tieren eine Stelle geboten wird, an der sie sich aufwärmen können. Auf eine UV-Bestrahlung kann verzichtet werden.

Pachydactylus tigrinus
Junges Weibchen der Simbabwe-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Die Grundbeleuchtung sollte zwölf Stunden pro Tag in Betrieb sein; der Wärmestrahler wird über die Mittagszeit sechs Stunden täglich zugeschaltet.

Die Tagestemperaturen im Terrarium sollten zwischen 25 und 32°C liegen. Im Strahlungskegel des Punktstrahlers können Temperaturen von 40°C angeboten werden. Trotz ihrer Nachtaktivität werden die Geckos nach einer Eingewöhnungszeit auch tagsüber an geeigneten Stellen zu sehen sein. Ich richte einen geeigneten Versteckplatz im Strahlungskegel des Strahlers ein. Dadurch wird innerhalb des Versteckplatzes eine höhere Temperatur erreicht und für die Tiere die Möglichkeit geschaffen, einen warmen, aber auch geschützten Ort aufzusuchen. Wichtig ist, dass im Terrarium keine konstante Temperatur herrscht. Verschiedene Temperaturbereiche ermöglichen es jedem Individuum, einen Platz auszusuchen, an dem es sich im Moment am wohlsten fühlt.

Im natürlichen Lebensraum fressen Tigergeckos Wirbellose entsprechender Größe. Ihre Hauptnahrung dabei besteht aus Heuschrecken, Grashüpfern, Grillen, Raupen, Käfern, Spinnen, Termiten, Asseln, Faltern und Fliegen. Die Aufnahme von süßem Fruchtbrei oder pflanzlicher Nahrung, wie von vielen anderen Gecko-Arten berichtet, wurde bisher nicht beobachtet oder dokumentiert.

Um die Qualität des Futters aufzuwerten, empfiehlt es sich, alle Insekten etwa 2–4 Stunden, bevor man sie den Geckos anbietet, reichlich zu füttern. Dazu bieten sich alle Obst- und Gemüsesorten an. Erfahrungsgemäß eignen sich Paprika, Zucchini, Gurke, Mohrrüben, Äpfel und Orangen am besten. Sinnvoll erscheint mir, auch den Futtertieren Kalzium- und Vitamintabletten anzubieten, da so die Geckos diese Stoffe auch durch die Insekten aufnehmen können.

Im Terrarium sollte die Hauptnahrung aus Heimchen, Steppen- und Mittelmeergrillen bestehen. Ich biete adulten Tiere alle 3-4, Jungtieren alle 2-3 Tage 10-15 Futtertiere entsprechender Größe an. Damit kein Tier Vorlieben für eine bestimmte Futtertier-Art entwickelt, sollten alle möglichen Futtertiere in unregelmäßigen Abständen angeboten werden. Wachsmotten, Getreideschimmel- und Buffalokäfer sowie deren Larven erweitern den Speiseplan der Geckos und sorgen für etwas Abwechslung. Im europäischen Sommer kann der Speisezettel durch heimische Kellerasseln, Ohrwürmer, Grashüpfer und Nachtfalter ergänzt werden. Auch Wiesenplankton von nicht gespritzten Waldwiesen ist eine gern angenommene Abwechslung für die Geckos.

Alle Futtertiere werden mit einem Vitamin-Mineralstoff-Aminosäuren-Gemisch (z.B. Korvimin ZVT) eingestäubt. P. tigrinus nimmt aber auch selbständig zerstoßene Kalziumtabletten, Taubengrit oder Sepiaschulp auf. Besonders wichtig ist dies für trächtige Weibchen, die Kalzium zur Bildung der Eischalen benötigen. Auch Jungtiere sollten immer eine Kalziumquelle zur Verfügung haben, da dieser Mineralstoff zum Knochenaufbau benötigt wird.

Einmal pro Woche werden dem Trinkwasser einige Tropfen eines Vitaminpräparats (Bioweyxien 450 HK oder Multibionta) beigemischt. Andere Präparate (z.B. Korvimin Multivitamin) sind in einer Sprühflasche erhältlich und können auch über das Trinkwasser verabreicht werden.

Eine Winterruhe ist für P. tigrinus nicht notwendig. In unseren Wintermonaten sollte aber trotzdem eine Ruhephase von 4-6 Wochen eingerichtet werden. Zur Einleitung der Ruhephase wird die Beleuchtungsdauer über einen Zeitraum von 4 Wochen stetig verringert, bis sie auf sechs Stunden täglichen „Sonnenscheins“ reduziert ist. Die Temperaturen sollten dann bei 18-24° C liegen. Die erwachsenen Geckos bekommen in dieser Zeit weniger Nahrung. Eine Fütterung mit wenigen Insekten pro Woche reicht aus. Jungtiere sollten in ihrem ersten Winter auch während der Ruhephase ausreichend Nahrung erhalten. Nach dieser Zeit wird der Beleuchtungszyklus wieder nach und nach auf die normalen Zeiten umgestellt.

Vermehrung

Pachydactylus tigrinus ist bei artgerechter Haltung, den richtigen Temperaturen und ausreichend Nahrung ein dankbarer Pflegling.

Ich bevorzuge eine Gruppenhaltung von einem Männchen und 2-6 Weibchen. Dies hat den Vorteil, dass das Männchen um mehrere Weibchen werben kann und befruchtete Weibchen mehr Ruhe haben, da das Männchen bei erfolglosem Werben um dieses Weibchen noch andere Tiere hat, auf die es seine Aufmerksamkeit richten kann.

Nach der beschriebenen Ruhephase benötigen die erwachsenen Geckos größere Mengen Futter. Das Männchen zeigt in dieser Zeit besonderes Interesse am Weibchen. Es versucht, das Weibchen durch leichte Bisse in die Halsregion und die Körperseiten zu stimulieren. Weibchen, die noch nicht in Paarungsstimmung sind, reagieren auf diese Werbung mit einer zielstrebigen Flucht in das nächste Versteck und sind weniger aktiv und dadurch seltener außerhalb ihrer Verstecke anzutreffen. Dies ist ein wichtiger Grund, warum viele Versteckplätze im künstlichen Lebensraum eingerichtet werden müssen.

Ein paarungsbereites Weibchen erwidert die Werbungsaktivitäten mit einem ruhigen Verhalten und dem Anheben des Schwanzes. Auf diese Aufforderung reagiert das Männchen mit einer sofortigen Paarung. Dabei beißt es sich in der Halsregion des Weibchens fest und schiebt seine Schwanzwurzel unter die des Weibchens. Nun führt es einen Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Eine Paarung dauert etwa eine halbe Stunde und kann mehrmals pro Nacht wiederholt werden.

Befruchtete Weibchen reagieren auf die Bemühungen des Männchens mit Flucht in das nächste Versteck, wenn sie umworben werden. Bei paarweiser Haltung ist es jetzt ratsam, das Männchen aus dem Terrarium zu entnehmen, da es weiter um das Weibchen werben wird. Durch diese ständige Werbung wird das Weibchen unter Stress gesetzt (vgl. Kowalski 2004, Kreuzer & Grossmann 2003).

Eine Trächtigkeit der Weibchen ist leicht erkennbar: die heranreifenden Eier sind durch die Bauchdecke erkennbar. 3-4 Wochen nach der Paarung erfolgt die Eiablage. 

Pachydactylus tigrinus
Trächtiges Weibchen der Simbabwe-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Kurz davor sucht das Weibchen der Simbabwe-Form sehr unruhig nach einem Eiablageplatz. Dabei buddelt es mehrere kleinere, ca. 2–3 cm tiefe Löcher in den Bodengrund. Diese Probegrabungen erfolgen meistens unter Rindenstückchen, Steinen oder anderen Einrichtungsgegenständen. Temperaturen von 26–28°C und trockenes Substrat zeichnen einen geeigneten Eiablageplatz aus. Das Weibchen legt die ovalen, hartschaligen, weißlichen Eier in das selbst gegrabene Loch ab. Sie messen 90-113 x 63-82 mm (n=40) mm. Die Eiablagestelle wird dann sorgfältig wieder verschlossen und ein kleiner Hügel darüber aufgeschüttet, sofern dies möglich ist.

Die Tiere der Mosambik-Form zeigen ein etwas anderes Eiablageverhalten. Probegrabungen konnte ich bisher nicht beobachten. Die Tiere halte ich in einem Terrarium mit senkrecht an die Rückwand angelehnten Kalksandsteinplatten. Die Eier werden zwischen den Platten am Boden abgelegt und mit einem kleinen Sandhügel abgedeckt. Dabei ist auffällig, dass die Tiere versuchen, die Eier immer unter einer stehenden Kalksandsteinplatte zu deponieren. Sie scheinen den optimalen Schutz für ihre Eier zu suchen. Die Eier dieser Form messen 92-113 x 68-84 mm (n=14).

Die Eier werden dem Terrarium entnommen und in einen Inkubator überführt. Bei konstanten Temperaturen von 26–28° C schlüpfen die 128-192 + 141-231 mm (KRL + SL) (n=7) großen Jungtiere der Simbabwe-Form nach 39-72 (n=40) Tagen. Jene der Mosambik-Form schlüpfen bei gleichen Temperaturbedingungen mit 169-189 + 148-160 mm (n=4) nach 66-94 (n=14) Tagen. Eine nächtliche Temperaturabsenkung auf 18-24° C verlängert die Inkubationszeit, jedoch schlüpfen hierdurch kräftigere Junge, die auch in ihrer Aufzucht weniger Probleme bereiten.

Rösler (1977) zeitigte Tigergecko-Eier bei konstant 28° C, aber einer Luftfeuchtigkeit von 90-100%. Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit schlüpften die Jungtiere nach 49-55 Tagen (n=7). Seine zwei vermessenen Jungtiere maßen 24,0 bzw. 26,0 mm KRL, bei einer SL von 23,0 mm.

Girard (2004) erwähnt Eigrößen von 8,0 x 11-12 mm (n=10). Seine Tiere produzieren alle 15-20 Tage ein Gelege, und bei Zeitigungstemperaturen zwischen 24-33° C schlüpften seine Jungtiere nach 54-66 Tagen.

Bei den meisten Geckos ist eine Geschlechtsbeeinflussung durch die Zeitigungstemperatur möglich. Bei niedrigeren und sehr hohen Temperaturen schlüpfen Männchen, Temperaturen dazwischen bringen Weibchen hervor.

Weibliche Tigergeckos können 4–9 Gelege (von je 2 Eiern) pro Jahr produzieren. Dafür sind aber eine abwechslungsreiche, gesunde und reichliche Ernährung erforderlich.

Es ist ratsam, junge Weibchen nicht zu früh mit einem Männchen zu vergesellschaften, da eine zu frühe Trächtigkeit zu Legenot oder anderen Problemen führen kann.

Aufzucht der Jungtiere

Für die Aufzucht der Jungtiere eigenen sich kleinere Terrarien (z.B. 15 x 15 x 20 cm, L x B x H). Einrichtung und Temperaturen entsprechen den Terrarienbedingungen der erwachsenen Tiere.

Wenn es der Platz erlaubt, ist eine Einzelhaltung der jungen Geckos, die ja nicht immer dieselbe Größe aufweisen, empfehlenswert. Bei mehr als drei Jungtieren pro Terrarium wird die Aufzucht voraussichtlich scheitern. Schon junge männliche Tigergeckos bilden Reviere aus, und da wir die Geschlechter noch nicht erkennen können, wird das eine oder andere Tier durch den Druck seiner gleichgeschlechtlichen Geschwister auf Dauer nicht überleben. Eine Alternative bilden größere Terrarien, die aber den Nachteil besitzen, dass wesentlich mehr Futter angeboten werden muss, damit die Junggeckos dieses auch finden.

Pachydactylus tigrinus
Wenige Tage altes Jungtier der Simbabwe-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Seit mehreren Jahren bevorzuge ich eine Aufzucht in Plastikdosen. Diese 17,5 x 11 x 7,5 cm (LxBxH) großen Dosen lassen sich stapeln (die Lüftungsflächen werden nicht verdeckt) wodurch auf kleinem Raum mehrere Aufzuchtbehälter Platz finden. Diese kleinen Lebensräume sind jeweils mit etwas Bodengrund und einem Versteckplatz ausgerüstet. Bewohnt werden sie immer von den Jungtieren eines Geleges, also meistens zwei.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man durch kleinmaschige Lüftungsflächen anhaltend eine höhere Luftfeuchtigkeit erreichen kann. Diese erscheint mir für die Aufzucht von Pachydactylus tigrinus als zwingend notwendig.

Die Plastikdosen staple ich in einem sehr großen Terrarium, das wie die Behälter der Alttiere beleuchtet wird. Somit stehen die Kleinstterrarien nicht frei im Terrarienzimmer, sondern werden wie in einem „aktiven“ Terrarium erwärmt.

Den Jungtieren sollte alle 2–3 Tage Futter gereicht werden. Auch dieses wird mit einem Vitamin/Mineralstoff-Gemisch eingestäubt. Taubengrit oder Kalktabletten werden zerstoßen und auf dem Terrarienboden verteilt. So können die Jungtiere ihren Bedarf selbst decken.

Pachydactylus tigrinus
Wenige Tage altes Jungtier der Simbabwe-Form von Pachydactylus tigrinus. © M. Barts.

Die Größe der Futterinsekten muss natürlich den kleinen Kerlen angepasst sein. Für die ersten 2-3 Monate sind Drosophila-Fliegen besonders geeignet. Diese sind leicht zu vermehren und in großer Anzahl verfügbar. Auch hier gilt, lieber viele kleine als wenige große Futtertiere anbieten. Es ist aber schon erstaunlich, wie große Futterinsekten so ein kleiner Gecko überwältigen kann, doch sollte dies die Ausnahme von der Regel bedeuten.

Weibliche Jungtiere der Simbabwe-Form erreichen im Alter von 9-11 Monaten eine KRL von 42,18 mm bei einer OSL von 38,6 mm (n=5). Ein Männchen im selben Alter besaß eine KRL von 42,8 und eine OSL von 41,5 mm. Ein weibliches Jungtier der Mosambik-Form erreichte im Alter von 11 Monaten eine KRL von 40,8 mm mit 35,3 mm OSL.

Bei guter Fütterung und optimalen Haltungsbedingungen können die Jungtiere bereits im Alter von 10 Monaten ihrerseits für Nachwuchs sorgen. Es empfiehlt sich aber, weibliche Tiere erst nach anderthalb Jahren für eine Vermehrung einzusetzen.

Beschreibung

Der vom Körper abgesetzte Kopf und der Körper sind abgeplattet. Die Ohröffnung ist oval und liegt leicht schräg an der Kopfseite. Die spitz auslaufende Schnauze ist mit flachen oder schwach konvexen, leicht gekielten Schuppen bedeckt. Das Rostrale ist breiter als hoch. 8-9 obere und 6-7 untere Labialia. Die Kopfoberseite ist mit kleinen glatten oder schwach gekielten Körnchenschuppen bedeckt, zwischen denen unregelmäßig angeordnet schmale, runde Tuberkelschuppen liegen. Der Hals ist mit kleinen und größeren subkonischen Tuberkelschuppen bedeckt.

Der Rücken besitzt unregelmäßig angeordnete, heterogene, leicht imbrikate und gekielte Schuppen. Vergrößerte Tuberkelschuppen fehlen oder sind nur in geringer Stückzahl vorhanden. Die Schuppen auf dem Kinn und der Kehle sind winzig und körnig; die auf der Körperunterseite sind winzig, glatt und nehmen in ihrer Größe von der Kehle zur Leistengegend zu. Die Lateralia sind leicht gekielt.

Die kleinen, aber kräftigen Gliedmaßen besitzen auf ihrer Oberseite keine vergrößerten Tuberkelschuppen. Die Zehen sind kurz und schlank und am Ende breiter als an der Basis. Sie besitzen an ihrer Unterseite 4-5 quer verlaufende Lamellen.

Der Schwanz ist abgeplattet und mit in Ringen angeordneten, imbrikaten Schuppen besetzt. Im ersten Drittel ist er besonders dick und läuft dann spitz aus. Die Beschuppung ist homogen und auf der Oberseite mit kleineren Schuppen besetzt als auf der Unterseite (van Dam 1921, Loveridge 1947).

Die Grundfarbe der Tiere ist graubraun bis schwarzbraun. Zwischen den Augen sind sie gelblich gefärbt. Ein dunkelbrauner oder schwärzlicher Streifen zieht sich vom Nasenloch durch das Auge, umrundet den Nacken und verläuft auf der anderen Kopfseite wieder zurück. Die Gliedmaßen zeigen undeutliche weiße Flecken.

Pachydactylus tigrinus hat verschiedenste Farbmuster ausgebildet, die entsprechend der Herkunft eines Exemplars in dem großen Verbreitungsgebiet stark variieren können.

Im nördlichen Transvaal (Limpopo Provinz) zeigen die Tiere 5 bis 6 deutliche, schmale, weiße oder gelbe Bänder auf der Körperoberseite. Das erste befindet sich am Hinterkopf, das letzte am Schwanzanfang. Hals und Körper weisen blasse Flecken auf. Die Körperunterseite ist bräunlich. 

Pachydactylus tigrinus
Pachydactylus tigrinus aus dem nördlichen Südafrika. © W.D. Haacke

In den Populationen des südwestlichen Simbabwe besitzen Jungtiere und Halbwüchsige das eigentlich typische P. tigrinus-Muster. Die dorsale Grundfarbe ist heller mit weißen, dunkel geränderten Bändern. Bei den Erwachsenen brechen diese weißen Bänder manchmal zu Querlinien auf. So entstehen weiße und dunkle Stellen. 

Im südlichen Teil Simbabwes und im Osten Botswanas haben die Jungtiere Querreihen aus weißen Punkten. Manchmal konzentrieren sich die dunklen Flecken um die weißen Punkte.

Nördlich des 18. südlichen Breitengrades (an der Grenze zu und in Mosambik) zeigen die Jungtiere dunkle Flecken auf dem Oberkörper, die in unregelmäßigen Querreihen angeordnet sind. Zwischen diesen finden sich hellere, ungeordnete Flecken. Bei den Erwachsenen sind diese Flecken dunkelgrau. Die markante Bänderzeichnung fehlt bei dieser Form. Die Unterseite ist bei Tieren aus dem Norden der Verbreitung normalerweise weiß (Broadley 1977). 

Das größte je vermessene erwachsene Männchen stammt aus Südafrika und hatte eine Kopf/Rumpf-Länge von 52 mm; das größte Weibchen maß 45 mm und hatte ein Gewicht von 2,7 g (Jacobsen 1989). Broadley (1977) vermaß ein Tier aus Bikita (Simbabwe), welches eine KRL von 47 mm und eine SL von 78 mm aufwies. Das Geschlecht des Tieres gab er leider nicht an.

Meine erwachsenen Weibchen der Simbabwe-Form, die bereits über mehrere Jahre Eier abgesetzt hatten, erreichten eine KRL von 44,26 mm (n=6) bei einer Originalschwanzlänge (OSL) von 41 mm (n=1). Alle anderen Weibchen hatten Regeneratschwänze, weshalb diese nicht vermessen wurden. Mein erwachsenes Männchen hatte eine KRL von 43,9 mm und eine Schwanzlänge (SL) von 40,1 mm.

Meine beiden Weibchen der Mosambik-Form erreichten 42,2 bzw. 44,9 mm KRL bei einer OSL von 43,3 bzw. 47,0 mm. Das entsprechende Männchen hatte eine KRL von 39,2 mm mit einem Originalschwanz von 41,6 mm Länge.

Der Tigergecko ist unter einer Reihe von Trivialnamen bekannt. Im Englischen wird er als Tiger Gecko, Tigroid Thick-toed Gecko oder als Tiger Rock Gecko bezeichnet. In seinen Herkunftsländern besitzt er verschiedene Namen der verschiedenen ethnischen Volksgruppen. Afrikaans: Gebande diktoongeitjie, Tiergeitjie; Ndebele: Untulo; Shona: Chifurira; Tswana: Mmampharing (Auerbach 1987).


Originalbeschreibung / Original description   

VAN DAM, G.P.F. (1921): Description of a new variety of a South African Lizard of the Family Gekkonidae. — Ann. Transvaal Mus., 7 (4): 244, Pl. V — Terra typica: rocks at Brak Riv. (Blinkwater), Zoutpansberg Dist., N. Transvaal, by G. P. F. van Dam, June, 1920.

 

Head oviform, distinct from neck, snout a little longer than the diameter of the orbit. Ear-opening oval, oblique. Body depressed. Limbs moderate; digits short, slender, but broader at the end than the base, the dilated terminal part with four lamellae inferiorly. Tail depressed, the basal portion annulate, thick in its basal half, thinning in the terminal half, which becomes finely pointed. Snout covered with convex, slightly keeled scales, which are about as large as those on the back; hind part of head covered with small slightly keeled granules; neck behind the head covered with small granules and larger subconical tubercles; naso-rostrals in contact, rostral broader than high; 8-9 upper labials and 6-7 lower labials. Back with irregularly arranged various sized, slightly imbricate and slightly keeled scales, granules absent or only a very few scattered ones present; abdominal scales moderate, smooth, increasing in size from throat to groin. Upper surface and sides of tail with imbricate slightly keeled scales; lower surface of tail with imbricate smooth scales. Colour: greyish-brown and blackish-brown above, with six well-defined whitish (yellowish when alive) narrow transverse bands on the back as follows: one behind the head, one between the shoulders, two over the body, one in front of the hind legs, one near the base of tail, sometimes the band in front of the hind legs is broken up into spots; a dark brown or blackish streak on the sides of the head, passing through the eye, supraciliaries yellowish; sides of head and body, upper parts of legs, and tail spotted with white or yellowish.

Types, eight specimens T. M. Cat. Lizards, Nos. 4301-4308, in the TransvaalMuseum. They were taken amongst rocks at Brak Riv. (Blinkwater), Zoutpansberg Dist., N. Transvaal, by G. P. F. van Dam, June, 1920.

The Transvaal Museum also possesses another 27 specimens from N'jelele Riv., Zoutpansberg Dist., N. Transvaal.

 

 

millim

 

millim

Total length

92

Fore limb

15

Head

13

Hind limb

19

Width of head

10

Tail

40

Body

39

 

 

 

This variety is closely related to P. capensis var. formosus (see Ann. Transvaal Mus. vol. iv. No. 3, p. 135), from which it differs in having the dorsal scales slightly keeled, instead of being very strongly keeled; they also differ in colour and markings.

 

Synonym

Pachydactylus capensis rhodesianus LOVERIDGE, 1947

Revision of the African Lizards of the Family Gekkonidae. — Bull. Mus. Comp. Zool. Harvard, 98: 384. — Terra typica: South and eastern Southern Rhodesia

 

Type. Museum of Comparative Zoology, No. 31,575, a semiadult U from Empandeni, Southern Rhodesia, collected by the Rev. K. Tasman, July 20, 1928.

Paratypes. Museum of Comparative Zoology, Nos. 27,126-8 with same data as type; No. 31,575 from Gokomene, S.R.; No. 44,578 and a Transvaal Museum specimen from Devuli River Bridge, S.R., collected by V. FitzSimons, January 13, 1938.

Diagnosis. Most nearly related to P.c.tigrinus of northern Trans vaal, but the white dorsal crossbars of that race consist of sharply-defined white lines, whereas in rhodesianus they are composed of a series of not always confluent white spots; from c.capensis and c. affinis it differs as indicated in the key on p. 342.

Description. Snout obtuse, slightly convex; ear-opening small, obliquely oval; granules on snout flattened, smooth, much larger than those on occiput, which are intermixed with a few smooth tubercles; cheeks not swollen; mental as broad as (or slightly broader than) adjacent labials; gulars minute, granular, juxtaposed.

Body and flanks covered with small, unequal, smooth or rugose, juxtaposed granules, intermixed with irregularly disposed, small, round, flat, strongly keeled tubercles, those on flanks smooth and more conical; ventral scales larger than dorsals, those in middle subequal to those towards sides, imbricate; limbs short, moderately stout, the adpressed hind limb reaching the wrist; digits moderately short and slender, more strongly dilated at apex than at base; tail subcylindrical, almost depressed, slightly verticillate, tapering, covered above with homogeneous, smooth or keeled, imbricate scales, and rows of large, flattish, keeled, pointed tubercles, below with smooth, rounded, imbricate scales of which the median series is undifferentiated; tail equal to, or longer than, head and body.

Upper and lower labials 8; scansors under first and fourth toes 4; for other data see statistical table opposite p. 344.

Color. Above, dark grayish to pale brown; a blackish or dark brown streak from nostril passes through eye to form a crescentic marking on occiput in young but terminating on temple in type and adults; crown of head and back with irregularly disposed large brown spots, and back with narrow white crossbars formed by white-spotted granules or tubercles, one row on nape, four or five on body and about twelve on tail. Below, whitish, uniform.

Size. Total length of type U (M.C.Z. 31575), 86 (43 + 43) mm., and paratype T (M.C.Z. 31576), 83+ (50 + 33+) mm., but surpassed by one (not seen) in Brit. Mus. of 90 (45 + 45) mm., from Marandellas or Umtali (Boulenger, 1902b).

Remarks. The Devuli River gecko in the M.C.Z. is one of the two referred to P.c.tigrinus by FitzSimons (1939b).

Habitat. Found in association with Afroedura t.platyceps on rocky outcrops in thick bush veld (FitzSimons).

Localities. Southern Rhodesia: Bulawayo; Devuli River Bridge; Empandeni; Gokomere; Marandellas; Matopos; Umtali. But those from first and last three localities not seen, so their identification with this race should be received with reserve, more particularly Marandellas and Umtali.)

Range. South and eastern Southern Rhodesia.