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Neue Art/New species Pachydactylus etultra beschrieben/described (4:22 PM, 06/30/2011)


Neue/New Pachydactylus-Art/Species P. boehmei online (4:43 PM, 11/25/2010)


Pachydactylus weberi ROUX 1907


Die Originalarbeit erschien in der SAURIA, Berlin.

 

Beschreibung

Mein Zuchtweibchen besitzt eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von 44,4 mm bei einer Schwanzlänge (SL) von 52,4 mm. Das Männchen ist etwas kleiner und besitzt eine KRL von 40,45 und eine SL von 37,48 mm. Bauer, Lamb & Branch (l.c.) geben eine maximale KRL von 50 mm an, bei einer SL von 131% (= 65,5 mm).

Von allen anderen Vertretern der Gattung unterscheidet sich P. weberi durch folgende Merkmale: das Rostrale und manchmal auch das erste Supralabialie berühren nicht das Nostril; die Rücken- und Kopfschuppen sind glatt und rund, die auf der Schnauze sind viel größer als die der Interorbital- und Parietalregion;Rückenbeschuppung stark heterogen, mit kegelförmigen oder schwach gekielten Tuberkelschuppen, die in 16–22 Reihen angeordnet sind; gekielte Schuppen auch auf den Schenkeln; relativ kurze, an den Enden verdickte Zehen; fünf ungeteilte Lamellen unter der vierten Zehe; die Grundfarbe adulter Tiere ist hellbraun bis blass orange mit drei weißen, blass gelben, blass rosa oder aschgrauen Bändern (eines immer im Nacken, zwei immer über den Körper) mit braunen Rändern (Bauer et al. 2006).

Pachydactylus weberi
Erwachsenes Männchen von Pachydactylus weberi. N-Südafrika.
© M. Barts.

Pachydactylus weberi
Pachydactylus weberi from near Calvinia.  © J. Marais.


Pachydactylus weberi, Nieuwoudtville, Südafrika © A. Meyer

Die Jungtiere von Pachydactylus weberi sind kontrastreicher und intensiver gefärbt als die Adulti; ihre Musterung entspricht aber in etwa der der Alttiere. Es ist denkbar, dass sich die Ausprägung der kräftigeren Farben der Jungtiere als eine Art Abwehrmechanismus entwickelt hat, der Jungtiere vor größeren Artgenossen schützt.

 

Verbreitung und Lebensraum 

Pachydactylus weberi lebt im Westen der Provinz Northern Cape bis in den Westen der Western Cape in Südafrika. Die Geckos sind an felsige Habitate gebunden. Sie leben in den Cedar- und Bokkeveldbergen
und über all im Namaqualand. In der Diamantenstadt Kleinsee existieren sie sogar in der Nähe des Meeres. Im Inland findet man sie überall in den Hantamsbergen und den westlichen Ausläufern der Roggeveldberge sowie in Knersvlakte und in der Tankwa Karoo. Sie leben ebenso im westlichen Richtersveld, an den Flanken der Vandersterrberge und erreichen den Orange River bei Sendelingsdrift. Ein einziger Fund liegt südlich der Aurusberge und belegt das Taxon als auch der namibischen Herpetofauna zugehörig. Griffin (2000) listet die Art darüber hinaus am Brandberg im nördlichen Namibia, doch dürfte es sich dabei um ein unbeschriebenes Taxon handeln (Bauer, Lamb & Branch l.c.).

Pachydactylus weberi
Lebensraum von Pachydactylus weberi. N-Südafrika. © F. Hulbert

Pachydactylus weberi bewohnen trockene und halbfeuchte Savannenlandschaften. Hier besiedeln sie mit Büschen oder Bäumen bewachsene Felshänge, nutzen aber auch Felsansammlungen auf ebenen Flächen als Lebensraum. Tagesverstecke sind Felsspalten oder durch Erosion entstandene Spalten und Ritzen in Granit oder Sandstein. Auf ebenen Flächen leben die Geckos unter hohl auf dem Boden liegenden Felsblöcken und größeren Steinen. In der Nähe von Springbok konnte ich die Tiere nachts am Boden herumlaufend beobachten. Entgegen meiner Beobachtung konnte Ulber (1993) an einem Felsen in der nordwestlichen Kapprovinz (heute Northern Cape) keine Tiere am Boden finden, obwohl die Population am Felsen recht groß zu sein schien. Visser (1984) dokumentiert den Fund von Tieren unter Müll in der Nähe von Wallekraal.

 

Verhalten 

Wie die meisten Vertreter der Gattung Pachydactylus sind Webers Dickfingergeckos recht flinke, sehr wendige und geschickte, nachtaktive Echsen. Erwachsene Männchen leben in kleinen Revieren, in denen sie keine anderen artgleichen Männchen dulden und die sie gegen Eindringlinge verteidigen. Auch Pachydactylus weberi ist befähigt, Laute abzugeben. Diese konnte ich bisher nur bei Reinigungsarbeiten im Terrarium oder beim Fang einzelner Tiere wahrnehmen. Es handelt sich um eine kurze, quiekende Lautfolge, die ca. 1–2 Sekunden anhält. Lautäußerungen von Jungtieren konnte ich bisher nicht verzeichnen. Auch in der Fachliteratur liegen darüber offenbar keine Beobachtungen vor.

Pachydactylus weberi
Erwachsenes Weibchen von Pachydactylus weberi. N-Südafrika. © M. Barts

Ulber (l.c.) vermutete eine hohe Anzahl potentieller Prädatoren. Oft leben im selben Lebensraum Geckos der Arten Chondrodactylus bibronii und Pachydactylus namaquensis. Er beobachtete auch große Felsenskorpione im Lebensraum, die ebenfalls als Fressfeinde in Frage kommen müssen. Schlangen, Eulen und Fledermäuse sollten ebenso zu den Feinden der Geckos gehören.

Blutmilben der Arten Geckobia namaquensis und G. capensis hastata wurden auf den Geckos gefunden (Lawrence 1936, 1951).

 

Haltung im Terrarium 

Webers Dickfingergeckos stellen aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit keine besonderen Ansprüche an den künstlichen Lebensraum eines Terrariums. Nach meinen Erfahrungen eigenen sich Behälter von 30 × 30 × 30 cm (L×B×H) für jeweils ein Pärchen. Werden Gruppen mit mehreren Weibchen gehalten, sollten die Kantenlängen des Terrariums um 5 cm pro zusätzlichen Bewohner vergrößert werden. Das Mindestmaß für ein Pärchen nach den „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ (BMLF 1997) für Pachydactylus weberi ist 30 × 30 × 40 cm (L×B×H).

Wichtig sind eine starke Strukturierung und das Angebot vieler Versteckplätze sowie Klettermöglichkeiten. Die Einrichtung sollte ein Felshabitat imitieren. Die Rück- und Seitenwände sind dekoriert und bieten den Tieren die Möglichkeit, auch diese Flächen zum Klettern zu nutzen.

Pachydactylus weberi
3 Monate altes Jungtier von Pachydactylus weberi © M. Barts

Bei der Anlage von Versteckmöglichkeiten orientiert man sich an den Mikroklimaten des natürlichen Lebensraums. Dazu gehören kühle und feuchte sowie trockene und warme Rückzugsmöglichkeiten. Alle Versteckplätze sollten auf jeden Fall dunkel sein. Geeignet sind somit Hohlräume in Steinaufbauten (die gegen ein Verrutschen gesichert, also z.B. miteinander verklebt werden müssen) oder einfach unter Steinen, in Korkröhren, die wahllos auf dem Boden verstreut liegen oder senkrecht an die Rückwand angelehnt sind, in den Kammern dicker Bambusröhren oder unter Pflanzschalen, in die ein Eingangsloch gebohrt wird. Je mehr Tiere in einem Behälter gehalten werden, desto mehr Versteckplätze müssen angeboten werden. Die Geckos brauchen Rückzugsmöglichkeiten, um sich Artgenossen entziehen zu können. Sie benötigen aber auch Versteckplätze mit unterschiedlichen Temperaturbereichen. Eine lebende Pflanze im Terrarium wirkt nicht nur dekorativ, sondern sorgt auch für ein geeignetes Mikroklima. Hier eignen sich handelsübliche Pflanzen aus dem Blumengeschäft oder Gartenbedarf, wie z.B. Sansevierien.

Wie für die meisten Arten aus Savannen und Trockengebieten lässt sich hier nicht zu feiner oder scharfkörniger Sand verwenden, der vor dem Einbringen gesiebt und in fließendem Wasser gut gewaschen werden muss. Er wird etwa 1 cm hoch in das Terrarium eingebracht. An einigen Stellen legt man eine 2–4 cm hohe Substratschicht an, um den Weibchen mehrere Eiablagestellen anzubieten. Zweimal pro Woche sollte die Inneneinrichtung übersprüht werden. Die Geckos können dann Wassertropfen ablecken, und die Versteckplätze erhalten eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Die nachaktiven Tiere stellen keine hohen Ansprüche an die Terrarientechnik. Sie muss einfach dazu dienen, einen Tag-Nacht-Zyklus zu simulieren und die notwendigen Temperaturen erzeugen. Zur Beleuchtung eignen sich somit handelsübliche Leuchtstoffröhren, die einfach auf das Terrarium gelegt werden können. Aufgrund der verschiedenen Längen können diese Röhren u.U. mehrere nebeneinander stehende Terrarien beleuchten. Selbst außerhalb des Terrariums angebrachte Glühlampen (25–60 W) reichen für eine Tag/Nacht-Simulation aus, geben aber schon eine gewisse Wärme ab, wodurch bei ihrem Einsatz genau auf die Temperaturen im Terrarium geachtet werden muss. Ein Punktstrahler sollte über und außerhalb des Terrariums installiert und auf die Rück-, Seitenwände oder auf den Boden gerichtet sein. Hier kann er die nötigen höheren Temperaturen erzeugen, sodass den Tieren eine Stelle geboten wird, an der sie sich aufwärmen können. Auf eine UV-Bestrahlung kann verzichtet werden.

Die Grundbeleuchtung sollte zwölf Stunden pro Tag in Betrieb sein; der Wärmestrahler wird über die Mittagszeit sechs Stunden täglich zugeschaltet. Die Tagestemperaturen im Terrarium müssen Werte zwischen 25 und 32 °C erreichen. Im Strahlungskegel des Punktstrahlers können Temperaturen von 40 °C angeboten werden. Trotz ihrer Nachtaktivität werden die Geckos nach einer Eingewöhnungszeit auch tagsüber an geeigneten Stellen zu sehen sein. Ich richte einen geeigneten Versteckplatz im Strahlungskegel des Strahlers ein. Dadurch wird innerhalb dieses Versteckplatzes eine höhere Temperatur erreicht und für die Tiere die Möglichkeit geschaffen, einen warmen, aber auch geschützten Ort aufzusuchen. Wichtig ist, dass im Terrarium keine konstante Temperatur herrscht. Verschiedene Temperaturbereiche ermöglichen es jedem Individuum, einen Platz auszusuchen, an dem es sich im Moment am wohlsten fühlt. Im natürlichen Lebensraum fressen diese Geckos Wirbellose entsprechender Größe. Ihre Hauptnahrung dabei besteht aus Heuschrecken, Grashüpfern, Grillen, Raupen, Käfern, Spinnen, Termiten, Asseln, Faltern und Fliegen. Ulber (l.c.) vermutete sogar, dass möglicherweise auch Jungtiere des im selben Habitat lebenden Felsenskorpions auf dem Speiseplan stehen könnten. Die Aufnahme von süßem Fruchtbrei oder pflanzlicher Nahrung, wie von vielen anderen Gecko-Arten berichtet, wurde bisher nicht beobachtet oder dokumentiert.

Um die Qualität des Futters aufzuwerten, empfiehlt es sich, alle Insekten etwa 2–4 Stunden bevor man sie den Geckos anbietet, reichlich und gut zu füttern. Dazu bieten sich alle Obst- und Gemüsesorten an. Erfahrungsgemäß eignen sich Paprika, Zucchini, Gurke, Mohrrüben, Äpfel und Orangen am besten. Sinnvoll erscheint mir, auch den Futtertieren Kalzium- und Vitamintabletten anzubieten, da die Geckos diese Stoffe so auch über die Futterinsekten aufnehmen.

Im Terrarium sollte die Hauptnahrung aus Heimchen, Steppen- und Mittelmeergrillen entsprechender Größen bestehen. Ich biete adulten Tieren alle 3–4, Jungtieren alle 2–3 Tage 10–15 Futtertiere entsprechender Größe an. Wachsmotten, Getreideschimmel- und Buffalokäfer sowie deren Larven erweitern den Speiseplan und sorgen für etwas Abwechslung. Im europäischen Sommer können heimische Kellerasseln, Ohrwürmer, Grashüpfer und Nachtfalter verfüttert werden. Auch Wiesenplankton von nicht gespritzten Waldwiesen ist eine gern angenommene Abwechslung für die Geckos.

Pachydactylus weberi
Paarung von Pachydactylus weberi im Terrarium.  © F. Colacicco.

Alle Futtertiere werden mit einem Vitamin-Mineralstoff-Aminosäuren-Gemisch (z.B. Korvimin ZVT) eingestäubt. P. weberi nimmt aber auch selbständig zerstoßene Kalziumtabletten, Taubengrit oder Sepiaschulp auf. Besonders wichtig ist dies für trächtige Weibchen, die Kalzium zur Bildung der Eischalen benötigen. Auch Jungtiere sollten immer eine Kalziumquelle zur Verfügung haben, da dieser Mineralstoff zum Knochenaufbau benötigt wird.

Einmal im Monat werden dem Trinkwasser einige Tropfen eines Vitaminpräparats (Bioweyxien 450 HK oder Multibionta) beigemischt. Andere Präparate (z.B. Korvimin Multivitamin) sind in einer Sprühflasche erhältlich oder können über das Trinkwasser verabreicht werden.

Eine Winterruhe ist für P. weberi nicht notwendig. In unseren Wintermonaten sollte aber trotzdem eine Ruhephase von 4–6 Wochen eingerichtet werden. Zur deren Einleitung wird die Beleuchtungsdauer über einen Zeitraum von vier Wochen stetig verringert, bis sie auf sechs Stunden täglichen „Sonnenscheins“ reduziert ist. Die Temperaturen sollten dann bei 18–24 °C liegen. Die Adulti bekommen in dieser Zeit weniger Nahrung. Eine Fütterung mit wenigen Insekten pro Woche reicht aus. Jungtiere sollten in ihrem ersten Winter auch während der Ruhephase ausreichend Nahrung erhalten. Nach dieser Zeit wird der Beleuchtungszyklus wieder nach und nach auf die normalen Zeiten umgestellt.

 
Vermehrung 

Pachydactylus weberi ist bei artgerechter Haltung, den richtigen Temperaturen und ausreichend Nahrung ein dankbarer Pflegling. Ich bevorzuge eine paarweise Haltung. Nach der beschriebenen Ruhephase benötigen die erwachsenen Geckos größere Mengen Futter. Das Männchen zeigt in dieser Zeit besonderes Interesse am Weibchen. Es versucht, das Weibchen durch leichte Bisse in die Halsregion und die Körperseiten zu stimulieren. Weibchen, die noch nicht in Paarungsstimmung sind, reagieren auf diese Werbung mit einer zielstrebigen Flucht in das nächste Versteck und sind weniger aktiv und dadurch seltener außerhalb ihrer Verstecke anzutreffen. Dies ist ein wichtiger Grund, warum im künstlichen Lebensraum viele Versteckplätze eingerichtet werden müssen.

Pachydactylus weberi
Gelege von Pachydactylus weberi © M. Barts

Ein paarungsbereites Weibchen erwidert die Werbungsaktivitäten mit einem ruhigen Verhalten und dem Anheben des Schwanzes, der sich dabei schlängelnd bewegt. Auf diese Aufforderung reagiert das Männchen mit einer sofortigen Paarung. Dabei beißt es sich in der Halsregion des Weibchens fest und schiebt seine Schwanzwurzel unter die des Weibchens. Eine Paarung dauert etwa eine halbe Stunde und kann mehrmals pro Nacht wiederholt werden. Auch P. weberi ist zur Vorratsbefruchtung befähigt. Eine Paarung reicht meistens aus, damit das Weibchen 2–3 befruchtete Gelege absetzen kann.

Pachydactylus weberi
Schlupf von Pachydactylus weberi © M. Barts

Trächtige Weibchen reagieren auf weitere Bemühungen des Männchens mit einer Flucht in das nächste Versteck. Entgegen den Erfahrungen bei Pachydactylus tigrinus und P. tsodiloensis (Barts 2005, Barts, Boone & Hulbert 2001) sind die Männchen von P. weberi nicht so aufdringlich und lassen befruchtete Weibchen in Ruhe, weshalb eine paarweise Haltung über mehr als vier Jahre möglich war.

Eine Trächtigkeit der Weibchen ist leicht erkennbar: die heranreifenden Eier sind durch die Bauchdecke und sogar durch die Rückenhaut erkennbar. 2–3 Wochen nach der Paarung erfolgt die Eiablage. Kurz davor sucht das Weibchen nach einem Eiablageplatz. Dabei gräbt es mehrere kleinere, ca. 1–2 cm tiefe Löcher in den Bodengrund. Temperaturen von 26–28 °C und trockenes Substrat zeichnen offenbar einen geeigneten Eiablagelatz aus.

Über Eifunde in der Natur berichte Visser (1984). Diese Eier wurden im August bei Bitterfontein gefunden und maßen 9,2 × 6,7 mm. Weiterhin berichtete er über eine große Anzahl Eier im Mai bei Kharkams. Bauer, Lamb & Branch (l.c.) erwähnen Eifunde in Felsspalten und unter Steinen. Dies konnte ich im Habitat ebenfalls beobachten. Im Terrarium werden die Eier immer im losen Sand vergraben (siehe auch Girard 2002). Die ovalen, hartschaligen, weißlichen Eier messen 7,9–10,4 (Ø 9,29 mm) × 5,6–10,5 (Ø 7,18 mm) (n=58) mm. Die Eiablagestelle wird dann sorgfältig wieder verschlossen und ein kleiner Hügel darüber angehäuft. Das Gelege wird dem Terrarium entnommen und in einen Inkubator überführt. Bei Temperaturen von 27–30 °C schlüpfen die 16,6–19,7 (Ø 18,1 mm) + 15,3–18,2 mm (Ø 16,63 mm) (KRL + SL) (n=15) großen Jungtiere nach 44–91 (Ø 64) (n=40) Tagen.

Pachydactylus weberi
Frisch geschlüpftes Jungtier von Pachydactylus weberi © M. Barts

Girard (2002) gibt Eigrößen von 8,0 × 11–12 mm (n=10) an. Seine Tiere produzierten alle 15–20 Tage ein Gelege und bei Zeitigungstemperaturen zwischen 24–33 °C schlüpften seine Jungtiere nach 54–66 Tagen. Bei den meisten Geckos ist eine Geschlechtsbeeinflussung durch die Zeitigungstemperatur möglich. Bei niedrigeren und sehr hohen Temperaturen schlüpfen Männchen, Temperaturen dazwischen bringen Weibchen hervor. Weibliche P. weberi können bei abwechslungsreicher, gesunder und reichlicher Ernährung sowie den hohen Temperaturen im Abstand von 2–4 Wochen ein Gelege produzieren. Ende Herbst sollten die Temperaturen gesenkt werden oder das Männchen vom Weibchen getrennt werden, damit die Legephase beendet werden kann.

 
Aufzucht der Jungtiere 

Für die Aufzucht der Jungtiere eigenen sich kleinere Terrarien (z.B. 15 × 15 × 20 cm, L×B×H). Einrichtung und Temperaturen entsprechen den Terrarienbedingungen der erwachsenen Tiere. Seit mehreren Jahren bevorzuge ich eine Aufzucht in Plastikdosen. Diese 17,5 × 11 × 7,5 cm (L×B×H) großen Dosen lassen sich stapeln (die Lüftungsflächen werden nicht verdeckt), wodurch auf kleinem Raum etliche Aufzuchtbehälter Platz finden können. Diese kleinen Lebensräume sind jeweils mit etwas Bodengrund und einem Versteckplatz ausgestattet. Bewohnt werden sie jeweils von den beiden Jungtieren eines Geleges.

Pachydactylus weberi
Frisch geschlüpftes Jungtier von Pachydactylus weberi © M. Barts

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man durch kleinmaschige Lüftungsflächen länger eine höhere Luftfeuchtigkeit aufrecht erhalten kann. Diese erscheint mir für die Aufzucht von Pachydactylus weberi als zwingend notwendig. Die Plastikdosen staple ich in einem sehr großen Terrarium, welches wie die Behälter der Alttiere beleuchtet wird. Somit stehen die Kleinstterrarien nicht frei im Terrarienzimmer, sondern werden wie in einem „aktiven“ Terrarium erwärmt. Es sollten Temperaturen von 26–28 °C erreicht werden. Den Jungtieren sollte alle 2–3 Tage Futter gereicht werden. Auch dieses wird mit einem Vitamin/Mineralstoff-Gemisch eingestäubt. Taubengrit oder Kalktabletten werden zerstoßen und auf dem Terrarienboden verteilt. So können die Jungtiere ihren diesbezüglichen Bedarf selbst decken.

Die Größe der Futterinsekten muss natürlich den kleinen Geckos angepasst sein. Für die ersten 2–3 Monate sind Drosophila besonders geeignet. Sie sind leicht zu vermehren und in großer Anzahl verfügbar. Auch hier gilt, lieber viele kleine als wenige große Futtertiere anbieten. Es ist aber schon erstaunlich, welch große Futterinsekten so ein kleiner Gecko überwältigen kann; dies sollte jedoch eher die Ausnahme von der Regel bedeuten.

Pachydactylus weberi
6 Monate altes Jungtier von Pachydactylus weberi © M. Barts

Es ist ratsam, junge Weibchen nicht zu früh mit einem Männchen zu vergesellschaften, da eine zu frühe Trächtigkeit zu Legenot oder anderen Problemen führen kann. Ich setze weibliche Jungtiere erst im Alter von 1,5 Jahren zur Vermehrung ein. Aufgrund einer Fehlbestimmung des Geschlechts legte allerdings ein Weibchen bereits im Alter von acht Monaten erstmals Eier, aus denen gesunde Nachkommen schlüpften. Nach der Trennung des Paares setzte dieses Tier vier weitere befruchtete Gelege ab, aus denen ebenfalls alle Jungtiere schlüpften.

 

Literatur 

Bauer, A.M., T. Lamb & W.R. Branch (2006): A Revision of the Pachydactylus serval and P. weberi Groups (Reptilia: Gekkota: Gekkonidae) of Southern Africa, with the Description of Eight New Species. – Proc. California Acad. Sci., San Francisco, Ser. 4, 57 (23): 595–709.

Bundesministerium Verbraucherschutz (1997): Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien. – Rheinbach (DGHT), 73 S.

Girard, F. (2002): Maintenance and Captive Reproduction of two small, south african Geckos. Pachydactylus geitje (Sparrman, 1778) and Pachydactylus weberi Roux, 1907. – Gekko, Spencer, 3 (1): 14–18.

Griffin, M. (2000): Annotated checklist of amphibians, reptiles and mammals of the Brandberg, central Namib Desert, Namibia. – Cimbebasia, Windhoek, 9: 69–89.

Lawrence, R.F. (1951): New parasitic mites from South African lizards. – Ann. Transvaal Mus., Pretoria, 21 (4): 447–459.

— (1936): The Prostigmatic Mites of South African Lizards. – Parasitology, Cambridge, 28: 1–39.

Ulber, T. (1993): Herpetologische Beobachtungen an einem Felsen in der nordwestlichen Kap-Provinz, Südafrika. – Das Aquarium, 293 (27): 22–26.

Visser, J. (1984): Akkedisse van Suider Afrika. 6. Tierboskat geitjes. – Landbou Weekblad, 333: 48–53.

 

 

Originalbeschreibung / Original description 

ROUX, J. (1907): Beiträge zur Kenntnis der Fauna von Südafrika. Ergebnisse einer Reise von Prof. Max Weber im Jahre 1894 VII. Lacertilia (Eidechsen). — Zool. Jahrb., Abt. Syst., 25: 408, Taf. 14, Fig. 4+5 — Terra typica: W. Klipfontein, Kl.-Namaqualand.

 

 

W. Klipfontein, Kl.-Namaqualand. 4 Expl.

Kopf eiförmig, länger als bei P. capensis. Schnauze 11/2 mal so lang wie der Augendurchmesser. Tympanum oval, schief gelegen. Kopf und Körper sehr niedergedrückt. Gliedmaßen mäßig lang. Finger ziemlich schlank, mit einer distalen Erweiterung, deren Unterseite 5—6 Lamellen trägt.

Schwanz niedergedrückt, deutliche Ringe zeigend.

Schnauze zwischen dem Auge und der Nasalöffnung jederseits etwas gewölbt, mit konvexen Körnchen bedeckt, die größer sind als die des Rückens. Oberfläche des Kopfs und dessen Seiten mit ganz feinen Körnchen bedeckt, die mit rundlichen Tuberkeln gemischt sind. Diese Kopftuberkeln nie größer als die des Rückens. Nasorostrale Schilder voneinander getrennt oder vorn nur eine kleine Strecke miteinander in Berührung. Zwischen beiden ein Körnchen. Rostrale 11/2 mal so breit wie hoch. Der zwischen dem Nasorosralen befindliche Winkel stumpfer als bei P. capensis.

Oberlabiale 9—10 an der Zahl. Das erstere deutlich pentagonal, ebenso hoch oder manchmal höher als breit, stets mit der Nasalöffnung in Berührung, was bei P. capensis nicht vorkommt (siehe Fig. 5).

8-9 Unterlabiale. Die 2 vordem Paare breiter als das Mentale. Letzteres mindestens 2rnal so hoch wie breit, nach hinten an Breite etwas abnehmend. Die hintere Seite dieser 5 Schuppen eine fast gerade Linie bildend.

Rücken mit kleinen, unregelmäßigen, sehr schwach konvexen Schüppchen oder Körnchen bedeckt, die pflasterförmig angeordnet sind. Zwischen diesen Schüppchen sehr große, leicht gekielte, ovale Tuberkel in mehr oder weniger regelmäßigen longitudinalen Serien angeordnet.

Sie sind etwas flacher als bei P. capensis. Die mediodorsalen Reihen weniger konvex und schwächer gekielt als die lateralen. Auf den Körperseiten sind die Tuberkel rundlicher und zahlreicher; sie verleihen dieser Gegend ein grobgranulöses Aussehen. Bauchschuppen übereinanderstehend, von vorn nach hinten an Größe zunehmend.

Gliedmaßen mit derselben Beschuppung wie der Rücken, aber mehr Tuberkel zeigend. Schwanz ziemlich lang mit deutlichen Ringen. Schüppchen glatt, klein und in unregelmäßigen Ringen angeordnet. Außerdem größere Tuberkel, auch in ringförmigen Reihen.

Diese Tuberkel länglicher und stärker gekielt als die des Rückens. Die auf der obern und den seitlichen Flächen des Schwanzes sichtbaren Ringe sind durch 2—3 Schüppchenreihen voneinander getrennt.

Unterseite des Schwanzes mit großen, glatten, hexagonalen, übereinanderstehenden Schuppen versehen; die der Medianreihe breiter als die andern. Hauptfärbung hellbraun mit dunklern Zeichnungen auf dem Rücken und auf dem Schwanz. 5—6 dorsale, nicht immer regelmäßige Querstreifen; außerdem kleine, zerstreute Flecke. Gliedmaßen und Kopf auch mit kleinen braunen Tupfen. Kopf heller als der Körper, gelblich gefärbt Ein dunkler Streif von der Nasalöffnung durch das Auge bis oberhalb des Tym-panums reichend und dann mit dem gegenüberstehenden Streif auf dem Hinterkopf zusammentreffend und hier eine Wförmige Figur bildend. Unterseite des Leibs weiß, fleckenlos.

Gesamtlänge

86 mm

Kopflänge

14

Kopfbreite

8

Körperlänge

27

Schwanzlänge

45

 

Diese Species ist zwischen P. capensis und P. formosus zu stellen. Von diesen Arten ist sie durch die Beschuppung des Körpers, die Zahl und Form der Labialen und des Mentale und die Körperzeichnung leicht zu unterscheiden.

 


Synonyme

Pachydactylus weberi gariesensis HEWITT, 1932

Some new Species and Subspecies of South African Batrachians and Lizards. — Ann. Natal Mus., 7: 124, Pl. VI, fig. 8,9 – Terra typica: Garris

 

This description is based on nine specimens collected at Garies by Mr. B. Peers; they are now no. 17953 in the collection of the South African Museum. The relationship is with weberi Roux, now regarded as a form of capensis.

They differ from the type of weberi—which came from Klipfontein, a more northern locality of the same region—in the following respects: Naso-rostrals in contact; occiput covered with small scales, but lacking enlarged tubercles; dorsal surface of body without definite cross stripes, but with numerous dark spots.

I have not been able to examine a series of typical weberi. There is, however, a specimen in the South African Museum from Karibib which differs greatly from the Garies series, in that the occiput has many tubercles which are quite as large as the flat scales on the snout; but this specimen has the naso­rostrals united.

The Garies specimens have the following characters: The flattened enlarged scales on the snout are very much larger than any of the scales on the occiput, the latter being all small and granular, and likewise those of the interorbital region, except anteriorly, where they merge with the enlarged scales on the snout; on the dorsal surface of the neck a few small tubercles; dorsal tubercles of body fairly large and keeled, but flat, those over the mesial area decidedly smaller and not so closely approximated as those more laterally situated, which are more tubercular and densely disposed; belly with rather large flat scales, those on the breast smaller, those on throat all very minute. Naso-rostrals sometimes broadly in contact, some­times only narrowly so; in one young example only just meeting.

First labial either just entering the nostril or narrowly excluded therefrom. Symphysial shield narrowed behind, being there scarcely more than half the width of first labial. Toes with 5 complete subdigital lamellae at the expanded tips; also a median row of somewhat enlarged scales under the digit.

The tail is round and tapering, strongly segmented, each segment having posteriorly an incomplete ring of large, strongly keeled scales dorsally and laterally, about 8 such scales per segment. Ventral scales of tail large, smooth and fiat.

Dorsal surfaces of head, body and tail with numerous dark spots, some longitudinally elongated, others transversely elongate; in the adult these are scattered, but indistinct traces of cross-bands may occur. On each side of the occiput is a curved dark stripe starting from the orbit and posteriorly bend­ing inwards towards its neighbour: this stripe may be broken in the middle.

Young with conspicuous dark cross stripes on hinder part of head, on neck, body and tail. On the tail these form complete rings except in the basal third of tail. On head and body there are about 7 such cross-stripes, some of them broken or imperfect; on the tail about 10 or 11 broad dark bands.

Head and body 42, tail 39 mm.

More recently Mr. Peers has sent to me a series of Pachydactylus, collected between Garies and Kamiesberg, also a single specimen from Van Rhynsdorp. These also I refer to P. gariesensis, although in the majority of specimens the nostril character is the same as in other forms of capensis; in a few examples only does the first labial enter the nostril, and even then only on one side.

In all cases the body and tail are depressed. The head and body-scaling shows much resemblance to affinis Blgr., and the chief striking difference is in the tail character. In affinis the tail is not segmented, and has no enlarged or otherwise modified scales along the mid-ventral line; in gariesensis there is in young examples a continuous row of transversely enlarged scales midventrally, which now persists more or less distinctly in the adult, although near the base of the tail there are a number of enlarged scales less definitely arranged. Thus, in the caudal characters gariesensis is more like bibroni than the Transvaal or Rhodesian forms of capensis. The tail of typical capensis is, however, distinctly segmented, but not so pronouncedly so as in gariesensis, and is not so depressed as in that subspecies.

The distinguishing features of gariesensis therefore are as follows: The tail as above described, the granular scales of the chin region, the elongate symphysial shield twice as long as its basal breadth, the pointed snout, the much flattened dorsal surfaces, the transversely enlarged row of subdigital scales, and the general lack of raised tubercles on the occiput, although flattened round tubercles do occur there and over the fore part of the neck. Any enlarged occipital scales that may be present are not so large as the scales over the snout.

The structural and geographical relationships of this form to weberi and formosus, which occur in the same region, cannot be fully understood until more collecting has been done; weberi is apparently more northern in distribution, but formosus is believed to extend widely.

 

Pachydactylus capensis levyi FITZSIMONS, 1933

Description of five new lizards from the Transvaal and Southern Rhodesia. — Ann. Transvaal Mus., 15: 273 — Terra typica: Wankie, Southern Rhodesia, collected by B. Levy, January, 1931.

 

Type: A half-grown male (T.M. No. 14421) from Wankie, Southern Rhodesia, collected by B. Levy, January, 1931.

Description: Head oviform, a little broader than neck. Snout obtuse, distinctly longer than diameter of orbit. Ear opening small. Limbs moderate; digits only slightly expanded distally, with 4 to 5 lamellae inferiorly. Body depressed. Tail rounded and tapering to a point, about three-quarters length from snout to vent. Snout and upper parts of the head with large smooth flattened sub-hexagonal scales, subequal to enlarged tubercles on back. Naso-rostrals in contact. Rostral much broader than deep, not entering nostril. First labial separated from nostril. Eight to nine upper labials. Seven to eight lower labials.

Symphysial about one and one-third times as long as broad; strongly tapering, with posterior width less than half anterior; slightly longer and distinctly wider than adjoining labials. Back granular, with irregularly arranged enlarged keeled subconical tubercles. Outer surfaces of limbs with subequal smooth imbricate scales and no tubercles; a median row of transversely enlarged scales under the digits. Gular scales inute and granular; a few enlarged chin-shields adjoining labials 3.5; granules on throat enlarging gradually over neck and chest to the smooth sub-imbricate scales on belly, which are a little smaller than those on snout. Tail covered with strongly enlarged subequal imbricate scales, whose posterior borders are faintly serrated below.

Colour: Head greyish brown, encircled by a black band from nostril, through eye and round occiput and bordered behind by a pale whitish band arising at angle of jaw. Body black with two wide whitish transverse bands, narrowing considerably on sides; below greyish white with infusions of greyish brown along sides. Tail with four whitish cross-bands, which are less than half width of black interspaces, last two only, completely encircling tail.

Dimensions:—

Type U(T.M. No. 14421).

Total length

47.7 mm

Snout to vent

27.5 mm

Tail

20.2 mm

Remarks: In addition to the type there is in the Transvaal Museum collection a juvenile topotype collected by Mr. B. Levy, during March, 1932. This specimen, though somewhat bleached, agrees closely with the above description in all scale characters.