Pachydactylus scherzi MERTENS 1954

Pachydactylus scherzi. © J. Marais.

Habitat of Pachydactylus scherzi. Brandberg/Namibia.
© M. Barts.

Female of Pachydactylus scherzi. Brandberg/Namibia.
© M. Barts.

Female of Pachydactylus scherzi.
© W.D. Haacke.

Male of Pachydactylus scherzi. Brandberg/Namibia.
© M. Barts.
Originalbeschreibung / Original description
MERTENS, R. (1954): Neue Eidechsen aus Südwest- Afrika. — Senckenbergiana, Frankfurt, 34(4/6): 175, Abb. — Terra typica: Welwitschia-Fläche der Namib am Südwestrand des Brandberg-Massivs, Damaraland, Südwest-Afrika. R. Mertens & E. Scherz 1. 15./16. Oktober 1952
Typus: M ad. SMF 45696. Welwitschia-Fläche der Namib am Südwestrand des Brandberg-Massivs, Damaraland, Südwest-Afrika. R. Mertens & E. Scherz 1. 15./16. Oktober 1952.
Paratypoide: 2 MM, 1 juv. SMF 45693-5 von gleichem Fundort, Datum und Sammlern.
Diagnose: Eine kleine (33+35 mm) schlanke Rasse von punctatus mit kaum ausgeprägter imbricater Beschuppung auf dem Rücken und Bauch; 1. Supralabiale grenzt an das Nasenloch; Mentale hinten sich nur wenig verschmälernd; weiße Pünkt chen fehlen auf dem Rücken, der große, dunkelgraue, oft Querbänder bildende Flecken aufweist.
Beschreibung des Typus: Körperform mäßig abgeplattet, schlank; Kopf niedergedrückt, bedeutend länger als breit, wenig breiter als der Nacken; Schnauze zugespitzt, etwa 1 1/2 mal so lang wie der horizontale Augendurchmesser; dieser ist etwas kürzer als die Entfernung des hinteren Augenrandes von der Ohröffnung; Loreal-region konkav, Schnauzenregion darüber auf getrieben; Ohröffnung sehr klein, schräg oval; Nasenloch zwischen 3 Nasalia und dem 1. Supralabiale, aber vom Rostrale deutlich getrennt; Nasorostralia miteinander eine kurze Naht bildend; Rostrale ungefähr 1,5 mal so breit wie hoch; 8 Supra- und 7 Sublabialia; Mentale nach hinten sich nur wenig verschmälernd, daher nahezu rechteckig; sein vorderer Rand etwas kürzer als der der angrenzenden Sublabialia, sein hinterer dagegen nicht; keine Kinnschilder, Kehle mit äußerst feinen Körnchenschuppen bedeckt; Schuppen auf der Schnauzen region flach, größer als auf dem Hinterkopf; Schuppen auf dem Rücken klein, flach, glatt, abgerundet, ohne größere dazwischen verstreute. Auf der Halsunterseite Schuppen schwach imbricat, auf dem Bauche eher nebeneinanderstehend, völlig glatt, größer als auf dem Rücken, in der Präanalregion am größten. Gliedmaßen ziemlich kurz, Finger und Zehen distal nur wenig verbreitert, die mittlere Reihe der basalen Subdigital-schuppen verbreitert. Ihre Zahl beträgt am 1. Finger: 5, am 2.: 6, am 3.: 8, am 4.: 8, am 5.: 6, an der 1. Zehe: 4, an der 2.: 6, an der 3.: 10, an der 4.: 10; an der 5.: 8. Die Zahl der Haftlamellen beträgt am 1. und 5. Finger: 3, am 2.-4.: 4; an der 1. Zehe: 3; an der 2.-5. Zehe: 4. Schwanz mäßig abgeflacht, sehr wenig länger als Kopf und Rumpf zusammengenommen, nicht segmentiert, mit glatten imbricaten Schuppen bedeckt, die keine deutlichen Querreihen bilden, keine mediane Reihe verbreiterter Schuppen auf der Schwanzunterseite; Postanalgegend sehr stark aufgetrieben, jederseits mit 5 vorspringenden, dornenartigen Schuppen. Oberseite im Leben sandgelb mit etwa 10 braunen, hintereinander paarweise stehenden Querflecken jederseits, die aber die mittlere Rückenzone fast zeichnungslos lassen; ein dunkles Längsband zwischen Nasenloch und Auge sowie hinter dem Auge auf der Schläfenregion, oberhalb der Ohröffnung diese aber nicht berührend; dieses Band erstreckt sich bis an die Seiten des Nackens, wo es durch eben dunklen Fleck angedeutet ist; ein ebensolcher verwaschener Fleck auf der Nackenmitte. Jedes Sublabiale mit einem dunklen Fleck. Schwanzoberseite mit etwa 15 dunklen Querbändern, die schmäler sind als die hellen Zwischenräume. Gesamte Unterseite, auch die des Schwanzes, zeichnungslos. Kopf+Rumpf: 33 mm, Schwanz: 35 mm.
Beziehungen. Am nächsten dürfte diese neue Rasse mit amoenoides aus dem südlichen Groß-Namaqualand verwandt sein, von der sie sich durch geringere Größe (Kopf+Rumpf 33 mm statt 37 mm), die so gut wie nicht imbricate Körperbeschuppung, die meist eine lange Naht bildenden Nasorostralia, das sich hinten nur ganz wenig ver-jüngende Mentale und abweichende Körperzeichnung unterscheidet.
Ableitung des Namens. Genannt ist die neue Art zu Ehren von Dr. E. R. Scherz in Windhoek, der mir eine mehrtägige Exkursion nach dem Brandberg-Massiv ermöglichte und mich dabei bei meiner herpetologischen Sammelarbeit aufs eifrigst unterstützte.